Interview mit Michael Meisheit – LBM

Interview MichaelAm Donnerstag hatte ich einen wichtigen Termin in Leipzig auf der Buchmesse.
Michael Meisheit hatte mir spontan einen Termin für ein Interview zugesagt. Aufgeregt begab ich mich zum Stand der Lieblingsautoren. Ich hatte mich wohl gut darauf vorbereitet, doch es war das erste von mir geführte Interview. Ihr könnt euch meine Nervosität sicher vorstellen.
Nach einer kurzen, freundlichen Begrüßung war es soweit, mein Live-Interview konnte beginnen

Hallo Michael, danke, dass Du dir die Zeit genommen hast, mir ein paar Fragen zu beantworten.

Ich habe ein bisschen recherchiert, und habe gesehen, dass Dich die Lindenstraße ja schon seit Beginn deiner beruflichen Karriere begleitet.
Ja ….
Zusätzlich hast Du auch bei Rote Rosen als Drehbuchautor mitgewirkt. Dann hast Du unter eigenem Namen Soap geschrieben. Die Leseprobe hat mir Lust auf mehr gemacht. Mit Kolleginnen hast du Anthologien geschrieben …
Ja … wenig, aber habe ich auch.
Jetzt unter dem Pseudonym Vanessa Mansini die L.I.E.B.E. Reihe. Da interessiert es mich, wie machst Du das mit dem Schreiben. Hast Du bestimmte Korridore, dass Du sagst, diese Woche nur am Drehbuch schreiben, nächste Woche ist Roman dran, oder verquickst Du das?

Die Lindenstraße ist ja immer noch mein Haupt-Job oder mein Brot-Job, wie auch immer man will. Da gibt es klare Deadlines, dadurch gibt es schon eine klare Strukturierung des ganzen Jahres. Es ist absehbar, wann was zu tun ist, da gibt es mehrere Fassungen. Die Erstfassung ist natürlich die meiste Arbeit. Dafür reserviere ich dann so und so viele Wochen. Dann sehe ich auch bald, wo zwischendurch einmal Platz ist, einen Roman zu schreiben oder an einem Roman zu schreiben. Dann teile ich das so auf. Natürlich kann es dann immer mal sein, dass wenn ich gerade an einem Roman schreibe, an der Lindenstraße etwas geändert werden muss, oder Regie-Besprechung ist, und danach etwas gemacht werden muss. Auch anders herum kann es sein, wenn ich am Drehbuch schreibe, wird gerade ein Roman fertig, und ich muss mir einen Tag Zeit nehmen, um zu Veröffentlichen. Das geht schon immer so hin und her, aber im Grunde habe ich Zeitkorridore.
Danke, hier meine zweite Frage.

Wenn ich richtig gezählt habe, hast Du seit Oktober letzten Jahres den vierten L.I.E.B.E. Roman veröffentlicht. Den Ersten zur Frankfurter Buchmesse, dann im Januar und Februar einen, und jetzt zur LBM den letzten. Schreibst Du die vor, und veröffentlichst Du die dann zu vorbestimmten vorgeplanten Zeitpunkten, oder ist Trixis Hochzeit wirklich in der kurzen Zeit entstanden?

Die sind alle in der Zeit entstanden, das ist auch schon ein wenig writing on demand. Dass ich mir ein Ziel setze, weiß, wo ich Zeit habe, auch schon mit einplane. Ich habe Testleser, dass die nochmal ihre Woche Zeit haben, um das zu Lesen, und dann gibt es natürlich auch noch ein Korrektorat. Das wir schon getaktet, ab einem bestimmten Punkt sage ich mir, dann und dann soll es rauskommen. Dann kann ich das steuern. Ich schreibe auch relativ gerne unter Zeitdruck, das ist für mich letztlich sogar einfacher. Wenn ich klare Deadlines habe, lasse ich mich nicht soviel ablenken, und arbeite dann auch ein Stück intensiver. Das ist auch einfacher, als wenn ich dann wieder raus bin und mich erst und mich wieder rein finden muss in die Arbeit. Zum Beispiel im Falschen Film, der erste Band, als E-Books habe ich da erst einmal sechs Folgen geschrieben mit je siebzig Seiten. Da ist alle zwei Wochen eine raus gekommen. Ich hab dann den Dritten, Vierten noch geschrieben, als der Erste schon veröffentlicht war. Das hat auch Spaß gemacht, Leser konnten dann da Gewinnen, dass sie da mitspielen. Da konnte ich interaktiv was machen. Das mache ich eigentlich gerne.

Das ist ja ein Stichwort, das Interaktiv. Ich habe gelesen, dass Du diese ersten Geschichten mit Lesern zusammen im Blog entwickelt hast. Ist das eine spannende Erfahrung, bringt das was?

Das war aber tatsächlich bei Soap. Da habe ich Kapitel teilweise vorab veröffentlicht. Habe Feedback aufgenommen und nochmal wieder eingearbeitet. Das sind immer so kleinere Sachen, es ist nicht so, dass ich die ganze Geschichte mit Lesern dabei gemacht habe. Oder bei »Nicht in meiner Welt«, das war ja meine erste Geschichte als Vanessa Mansini, das war vorher ein Blog, bei dem ich auch alle drei Tage einen neuen Beitrag geschrieben habe, da konnte ich dann wirklich die Reaktionen der Leser, die im Blog kommentiert haben, aufnehmen. So ein bisschen Interaktivität macht auf jedem Fall großen Spaß. Hat aber seine Grenzen. Die Leute wollen auch nicht zu weit interagieren. Also, bei so grundsätzlichen Sachen, wie wer sich kriegen soll, da reden sie gerne mit. Man kann auch Namen auswählen lassen. Was auch ganz gut funktioniert hat, ist, dass sie mitspielen konnten. Die Rolle gab es in irgendeiner Form schon, es war ein kleiner Auftritt. Da brauchte ich dann einen Mitarbeiter im Fitnessstudio zum Beispiel, dem habe ich dann den Namen von dem Gewinner gegeben, ihn auch so beschrieben, wie den Gewinner, der hat mir dann noch zwei, drei Kleinigkeiten über sich selber gesagt, das habe ich dann mit eingebaut. Immer natürlich wohlwollend, dass die Leute das auch gerne jemandem zeigen, nicht mehr als eine Szene oder auf einer Seite. Das kam immer sehr gut an. Da wollten sie immer mitmachen.

Danke, das war eine Frage, zu der Du mich inspiriert hast, jetzt habe ich nur noch eine. Das ist ja wirklich viel Arbeit, was Du da hast. Drehbücher schreiben, Romane schreiben, am Set sein, teilweise … bist Du nicht so oft, ok. Aber Messen, Lesungen, wie packt man das alles ins Familienleben?. Du hast zwei kleine Kinder …

Ja, das ist nicht leicht, Dietmar. Man braucht auf jedem Fall eine Frau, die das mitmacht, und es auch von ihrer beruflichen Situation her machen kann. Sie ist auch selbstständig als Sprecherin und ist von daher flexibel. Gerade wenn ich mal ein paar Tage weg bin, kann sie auch kucken, dass sie in der Zeit weniger arbeitet. Anders herum bin ich auch flexibel. Wenn ich dann da bin, und sie hat Spontanjobs, kann ich immer reagieren. Mit dem Schreiben kann ich aufhören, das is dann nicht so schlimm, und kann die Kinder abholen. Es ist schon gut, da ein gut eingespieltes Team zu haben, und mir ist schon auch wichtig, dass, wenn es irgendwie geht, die Wochenendenden auch der Familie gehören. Klar kommt es vor, das eine Messe ist, oder eine Deadline unbedingt eingehalten werden muss. Dann sage ich ma, ich muss auch eine Vormittag sonntags arbeiten, aber in Grunde sind die Wochenenden tabu. Da sind die Kinder auch da, dann haben die nicht so das Gefühl, dass keiner für sie da ist. Ich bin ja auch immer da, arbeite von zu Hause, krieg schon viel mit.

Klar, auch wenn Du schreibst, können sie dich ansprechen. Danke, dass Du dir die Zeit genommen hast. Ich wünsche Dir noch schöne Messetage.

TrixisFür die, die neugierig geworden sind.


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