KW 26 | Ava Innings nominiert von Kerstin Steiner

ChallangeNominiert wurde Ava Innings von Kerstin Steiner Autorin und mit Kerstins 15 Wörtern war es nicht immer einfach, aber lest selbst.

1. Weltmeister – 2. Flaschenhals – 3. Zecke – 4. Rotkehlchen – 5. Fußmatte – 6. Scherben – 7. Sondermüll – 8. Wettervorhersage – 9. Professor  – 10. Wunderkerze – 11. Würfel – 12. Leopard – 13. Baumarkt – 14. Mexiko – 15. Pop-Up-Pool

Gott, wie ich diesen Anblick liebe und ich bin die Einzige, die ihn so zu sehen bekommt, denn er ist nun einmal eitel. Doch ich finde es sexy, wenn Brad seine Brille trägt. Professor-Chic nennt man das vermutlich oder Nerd-Chic? Keine Ahnung, aber nie im Leben würde man darauf kommen, dass er Weltmeister im Surfen ist, wenn man ihn so sieht. Aber genau deshalb sind wir hier in Mexiko. Hier gibt es nämlich nicht nur Skandale rund um Aufbereitungsanlagen von Sondermüll und Tequila sondern auch jede Menge guter Wellen. Theoretisch jedenfalls, denn im Moment ist hier tote Hose. Da hilft es auch nichts, dass Rory bereits zum zehnten Mal an diesem Tag den Forecast checkt.
„Schau mal lieber nach, wie das Wetter wird“, fordere ich ihn auf und setze mich neben ihn. Er wirkt frustriert und unruhig. Klar, er hat drei Tage lang keine Welle genommen und da wird er immer etwas mürrisch.
„Die beschissene Wettervorhersage interessiert mich nicht“, brummelt er. Er ist so süß, wenn er schmollt.
„Aber mich. Ich meine, natürlich können wir hier rumhängen, aber wir könnten auch einen Ausflug machen und …“
„Du willst uns nur von Red Robin weglocken“, mutmaßt er. Das Rotkelchen … ich verdrehe die Augen. An die habe ich gar nicht mehr gedacht.
„Ach, ich weiß, dass ihr nicht auf den Leopard steht …“
„Den Leopard? Du bist so geil, Joe.“ Rory lacht sich schlapp und ich frage mich, was ich jetzt schon wieder gesagt habe, um ihn zu belustigen. Erst gestern hat er sich königlich über meine Tollpatschigkeit amüsiert, als ich mit der Zerstörungskraft einer Atombombe den Speisesaal verwüstet habe. Das Personal wird auch in fünfzig Jahren noch an mich denken, wenn sie Scherben finden. Zum Glück haben sie verhindert, dass ich mich mit dem Flaschenhals erdolcht habe, indem sie mir verboten haben beim Aufräumen zu helfen. Gestern war echt nicht mein Tag. Ich hatte so heftige Migräne, dass ich dachte, mir würde der Kopf platzen.
„Was ist so lustig?“, erkundigt sich Brad, legt sein Buch beiseite, erhebt sich und kommt zu uns rüber.
„Joe hat diese Rothaarige, die immer um uns herumscharwenzelt gerade einen Leoparden genannt“, erklärt er, woraufhin auch Brad in schallendes Gelächter ausbricht.
Ich legte die Stirn in Falten und mustere sie beide vorwurfsvoll. „Genug gelacht?“, frage ich nachdem sie sich beruhigt haben.
„Engel, Frauen, die auf jüngere Männer stehen, die nennt man Puma und nicht Leopard.“
Ups! Peinlich! Na, auch egal. Ich hatte gestern schließlich Migräne und fühle mich noch immer etwas benebelt und matschig. Keine Ahnung, aber wenn ich so krasse Kopfschmerzen habe, funktioniert mein Hirn nicht sonderlich gut, allerdings gut genug, um Brad einen fiesen Spruch zu drücken. „Okay, aber dann ist sie ja nur in Rorys Fall ein Puma. Das Rotkelchen und du dürftet ja ungefähr gleich alt sein.“
Sein Mund klappt auf und er sieht mich einen Moment lang sprachlos an. Rory johlt vor Vergnügen, denn normalerwiese ist er es, der Brad wegen seines Alters disst. „Fuck, Joe, die ist mindestens zehn Jahre älter als ich. Eher fünfzehn und vielleicht sogar zwanzig. Das … also …“ Nun muss ich auch über seine Empörung kichern. Was sein Alter angeht hat Brad echt einen Hau weg. Manchmal frage ich mich, ob ihm überhaupt klar ist, wie unfassbar sexy ich ihn finde und auch immer finden werde. Natürlich ist er zehn Jahre älter als Rory und ich, aber mein Gott, er ist keine hundert sondern erst fünfunddreißig und ich stehe nach wie vor wahnsinnig auf ihn. „Hör auf zu lachen, sonst schläfst du auf der Fußmatte, du Luder“, knurrt er, zieht mich an sich und küsst mich verlangend.
Rory ist sofort Feuer und Flamme. Entfacht, wie eine Wunderkerze nur ist das Feuerwerk bei ihm nicht so schnell vorbei. „Oder wir fesseln sie ans Bett“, schlägt er vor.
„Hört sich nach einer schrecklichen Strafe an“, säusle ich. „Aber dafür müsst ihr erst im Baumarkt vorbei und das wäre doch Zeitverschwendung.“
„Wer braucht schon Seile, Joe? Deine verdammten Strumpfhosen tun es bestimmt auch und du weißt doch Strafe muss sein.“
„Oder wir nehmen eine Leash, oder zwei.“ Die guten Vorschläge kommen wie immer von Rory.
„Aber erst mal schmeißen wir Joe in den Pool. Strafe muss schließlich sein.“ Ich verdrehe die Augen. Klar, im Wasser zu sein ist für mich ja auch immer eine echte Strafe. Zum Glück haben die in diesem hübschen kleinen Hotel einen richtig krassen Pool und nicht so ein Mini-Teil, das auch als Pop-Up-Pool durchgehen könnte. Quietschend landen wir zu dritt im Wasser, denn wie immer denke ich gar nicht daran, Brad loszulassen, wenn er so was mit mir macht. Ich frage mich, wie weit er gehen wird, denn mehr als einmal haben wir es nach so einer Nummer nicht ins Bett geschafft. Die Würfel sind allem Anschein nach bereits gefallen, denn ich spüre seinen harten Schwanz an meinem Bauch. Er drängt mich zum Rand und presst mich dagegen. Seine Hände wandern über meinen Körper, und er saugt an meinem Hals. „Keinen Knutschfleck, du Zecke“, weise ich ihn zu recht.
„Da kommt wer!“, warnt Rory uns, ehe es richtig zur Sache geht. Brad löst sich von mir, und ich hieve mich aus dem Pool, um dann schon mal in unsere Suite zu gehen. Schätze die Jungs müssen noch einen Moment im Wasser bleiben, denn mit den Zelten, die sie gerade vor sich hertragen, könnte das sonst unangenehm werden. Andererseits, ist die Person, die den Poolbereich betritt, der Puma und ich denke, ihr würde das wenig ausmachen. Ob ich die beiden alleine mit ihr zurücklassen kann? Vielleicht fällt sie über meine Jungs her, so wie sie es immer mit mir tun. Ich drehe mich über die Schulter zu ihnen herum, grinse breit und winke ihnen zu, ehe ich sie ihrem Schicksal überlasse. Strafe muss schließlich sein.


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