KW 49 | Bettina Betty Kiraly Kay nominiert von Medusa Mabuse

ChallangeEine Geschichte von Bettina Betty Kiraly Kay, die von Medusa Mabusenominiert wurde.

Einkaufsorgie –  Warenkorb – Kühlschrank – Sonnenuntergang – Tiefkühlpizza –  Kristallleuchter – Badeperlen – Katzenjammer – Ravel-  Spielverderber – Blumenmeer – Flügelschlag – Katapult – Couchpotatoe – Zielgerade

Weihnachten daheim

„Ich bin schon auf der Zielgeraden für Weihnachten. Wie sieht es bei dir aus?“, frage ich über meine Schulter, während ich die letzten Lebensmittel aus den Einkaufstüten im Kühlschrank verstaue.
Adrian greift an mir vorbei nach einer Packung Wurst, reißt sie auf und steckt sich eine Scheibe in den Mund. „Willst du auch, Süßer?“, fragt er als Antwort auf meinen strengen Blick.
„Danke nein.“


„Mein Magen knurrt schon seit einer Stunde.“ Er schiebt die Tiefkühlpizza, die wir während unserer Einkaufsorgie in den Warenkorb geschmissen haben, in den Ofen. „Zu deiner Frage: Den ersten Adventmarkt haben wir schon besucht. Der Glühwein war nicht besonders, aber ich bin trotzdem schon in Weihnachtsstimmung. Endlich ein paar Tage ausspannen und nichts tun. Keine Auftritte. Keine kreischenden Fans. Kein Katzenjammer und kein Brummschädel am nächsten Morgen.“
„Hast du schon alle Geschenke besorgt?“
Er lacht. „Du willst, dass ich dir was schenke? Außer den Badekugeln, die ich heute noch benutzen möchte? Wie wäre es mit einer weiteren unvergesslichen Nacht in meinen Armen?“
Als er sich an meinen Rücken schmiegt und mich umarmt, beschleunigt sich mein Puls. Innerhalb eines Flügelschlages reagiert mein Körper. „Das klingt großartig. Ehrlich. Aber was ist mit deinen Eltern? Und die Jungs wären auch enttäuscht, wenn du ihnen nichts mitbringst. Vielleicht kaufe ich den beiden Luftgitarren, damit sie mit dir abrocken können.“
„Das erste Weihnachten als Familie, und du glaubst, ich vergesse die Geschenke? Ich habe mir schon etwas überlegt.“
Ich drehe mich herum, um ihn ansehen zu können. „Sag schon.“
„Luftgitarren sind nicht schlecht, reichen allerdings noch lange nicht. Sie haben doch kürzlich am Telefon erzählt, wieviel Spaß ihnen das Ritterspielen gemacht hat. Darum würde ich ihnen gerne ein Katapult organisieren. Wir stellen im Wohnzimmer einen Kletterturm auf und …“
„Kommt nicht in Frage!“, unterbreche ich ihn rasch. „Da muss ich leider die Rolle des Spielverderbers übernehmen. Du hast dafür gesorgt, dass ich nicht als Couchpotatoe ende, dass ich den Jungs mehr zutraue, aber unser Wohnzimmer wird kein Abenteuerspielplatz!“
Er lacht und reibt seine Nase an meiner. „Verstanden. Wie gut, dass das nur Plan Y oder Z wäre. Stattdessen habe ich ein persönlicheres Geschenk für jeden von euch dreien. Nicht umsonst bin ich ein Rockstar.“
Kopfschüttelnd verdrehe ich die Augen bei dieser Bezeichnung. Bis es so weit ist, müssen Crazy so far! noch ein paar CDs verkaufen. Dann wird mir klar, was er angedeutet hat. Er weiß genau, womit er mir eine Freude machen kann. „Du hast ein Lied für uns komponiert?“
„Falsch. Ich habe eines für jeden von euch aufgenommen. Vielleicht kriegst du eine Kostprobe von deinem, wenn du zu mir ins Wasser steigst, das ich gleich in die Badewanne einlasse.“
Jetzt bin ich neugierig. „Das klingt großartig. Ich komme in ein paar Minuten mit der Pizza und zwei Gläsern Rotwein nach.“
Adrian nickt und lässt mich los. Als er beinahe das Zimmer verlassen hat, rufe ich seinen Namen. Fragend blickt er zurück.
Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen. „Ich liebe dich.“ Es fällt mir inzwischen so leicht, die Worte auszusprechen. Die Art, wie seine Augen dabei zu leuchten beginnen, flutet mein Herz mit Wärme.
„Du hast keine Ahnung, wie sehr ich dich liebe. Sobald du nackt bist, werde ich dir zeigen wie sehr.“ Winkelnd verschwindet er um die Ecke.
Lächelnd hole ich die Gläser aus dem Schrank und öffne den Wein. Annabell und ich haben früher einen Traum geteilt: ein riesiges Haus mit Kristallleuchter im Wohnzimmer, einem Blumenmeer im Garten und Musik von Ravel, die im ganze Haus erklingt, während wir von der Terrasse aus den Sonnenuntergang beobachten. Mit Adrian haben sich meine Visionen für die Zukunft geändert. Ich bin glücklich, so wie es jetzt ist, mit den Auftritten seiner Band, meinen Lesungen, den schnuckelig kleinen Unterkünften, in denen wir die Zeit dazwischen verbringen. Und in ein paar Tagen fahren wir wieder nach Wien. Wir feiern Weihnachten daheim mit meinen beiden Jungs als Familie. Das ist alles, was ich brauche.
Ich schenke Wein in die beiden Gläser, hole die Pizza aus dem Ofen und stelle alles auf ein Tablett. Und dann gehe ich zu meiner großen Liebe nach nebenan. Welche Art von Lied Adrian sich wohl für mich überlegt hat?


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