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KW 29 | Ava Innings nominiert von Medusa Mabuse

Challange

1. Hausschlüssel – 2. Stehcafé  – 3. Gitarrenhals – 4.  Petrischale
– 5. Schnuller – 6. Spaghettizange – 7. Einkaufskorb  – 8. Warteschlange  – 9. Fußmarsch – 10. Selfie – 11. Feierabend – 12. Badewanne – 13. Reisebüro – 14. Führerschein-  15. Fotografie

Nachdenklich betrachte ich das Selfie, das uns drei in dem Hotelzimmer zeigt, in dem wir unsere erste Liebesnacht verbracht haben. Rory grinst über beide Ohren und sieht so verdammt heiß aus, dass ich hart schlucken muss. Diese Fotografie erinnert mich immer daran, was wir – wenn auch nur für kurze Zeit – hatten. Hoffentlich geht es ihm ebenso. Ich schicke ihm die Aufnahme und bete, dass er bald zur Besinnung kommt, denn ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie lange ich es noch aushalte, mir anzusehen, wie die Groupies sich in die Warteschlange einreihen, um von ihm flachgelegt zu werden.
Auch Brads Geduld scheint langsam am Ende zu sein. Wobei er es aus einer anderen, sehr viel pragmatischeren Perspektive betrachtet. Wie sagte er gestern so schön? „Sonst musst du dann doch irgendwann auf dein Schnuller-Glück aus der Petrischale zurückgreifen.“ Ich weiß, dass er Angst hat, dass ich ihn verlasse, weil er mir kein Baby machen kann, doch ich bin erst zweiundzwanzig und es ist noch viel zu früh, um sich darüber Gedanken zu machen. Ich stecke das Handy weg und greife zu der Gitarre, die neben mir auf dem Sofa liegt. Meine Finger schließen sich um den Gitarrenhals und ich beginne zu spielen. Ein Geräusch lässt mich zusammenzucken und ich blicke auf. Tiger steht auf der Arbeitsplatte und reibt sich an den Kochutensilien, die an einer Leiste an der Wand hängen.

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KW 28 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse

Challange

Medusa MabuseAn den Worten meines lieben Kollegen Dietmar wäre ich fast gescheitert. Ich trug mich sogar mit dem Gedanken, die Geschichte abzusagen, doch so einfach kam ich doch nicht davon.

1. Mikrofon – 2. Autobahn – 3. Filet-zitronenrolle – 4.  Hausarbeit – 5. Zelt – 6. Bluse – 7. Squaredance – 8. Regenbogen – 9. Stress – 10. Eidechse  – 11. Bügeleisen – 12. Tanga – 13. Marker – 14. Kabrio – 15. Brunftschrei

»Endlich Wochenende«, rufe ich euphorisch durch die Wohnung, als ich nach Hause komme. Jetzt erst einmal etwas zum Essen machen und dann mal sehen.
Mein Gewissen war da anderer Meinung. ’Keine Zeit zum Kochen. Es gibt Wichtigeres.‘
Das stimmt. Für die Aufnahme von Leseproben brauche ich ein besseres Mikrofon. Anhand von Prospekten lese nun im Internet Kundenmeinungen zu einigen. Artikel, die mir danach interessant erscheinen, streiche ich mit einem Marker an, alles andere werfe ich in den Müll. Am Ende habe ich genau drei zur Auswahl, von denen ich eins auf meine Wunschliste auf einer großen Verkaufsplattform setze.
Aus Langeweile betrachte ich anschließend noch die Artikel, die sich andere Kunden danach angesehen haben. Eine schicke Bluse zum Beispiel.
’Du hast eine Bluse‘, meldet sich mein geiziges Gewissen. ’Wie wärs mit dem Zelt daneben?‘ »Wofür?«, frage ich laut. »Ich gehe nicht campen.«
’Schade eigentlich. Stell dir doch mal vor: Mit dem Kabrio, offenes Verdeck, der Sonne entgegen. Anhalten, wo es dir gefällt und unter den Sternen übernachten.‘
»Bei meinem Glück lande ich auf der Autobahn mitten im größten Stau der Urlaubssaison und darf mir auf einem überfüllten Campingplatz das Nachtlager mit Eidechsen teilen«, entgegne ich sarkastisch.
’Oh, wir sind heute zickig. Na gut. Was ist mit dem Tanga?‘
»Was soll damit sein?«
’Nichts für dich?‘
»Sag mal, spinnst du? Wann habe ich jemals … Du nervst!« Mir ist die Lust am Online-Bummeln vergangen und ich klappe meinen Laptop geräuschvoll zu.
’Das solltest du nicht tun.‘
»Was!?«
’Deinen Läppi schließen.‘
»Doch! Ich habe anderes zu tun. Hausarbeit zum Beispiel. Außerdem wartet ein riesiger Wäscheberg.« Entschlossen stehe ich auf und gehe ins Schlafzimmer.
’Dein Bügeleisen ist kaputt. Du könntest dir Online ein neues kaufen.‘
Zögernd kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück. Kaum habe ich mich erneut auf die Verkaufsplattform eingewählt, meckert mein Gewissen schon wieder.
’Vergiss das Bügeleisen. Suche lieber nach einer passenden Musik zur Inspiration. Squaredance, das würde doch für deinen Roman passen, der in Texas spielt.‘
Es ist richtig. Zum Schreiben brauche ich Musik. Aber die muss mir auch gefallen. Hinzu kommt, dass ich dieses Skript im Moment zugunsten eines anderen hintangestellt habe. Viel lieber möchte ich mit Samantha und Derek vorankommen. Becca und Nicholas müssen warten.
’So wie der Regenbogen?‘
Mein Gewissen macht Gedankensprünge, denen ich oft nicht folgen kann. »Regenbogen?«
’Der Roman von Uwe. Schon vergessen?‘
»Oh«, gebe ich kleinlaut zu. »Over the Rainbow, Band zwei. Richtig. Der wartet ja noch auf Überarbeitung.«
’Wie so vieles andere. Du hast versprochen, heute noch eine Geschichte für die #IndieAutorChallenge abzuliefern.‘
Ja, das auch noch. Ich spüre, wie sich Stress in mir breit macht. Dagegen soll ein Urschrei helfen, doch was sich meiner Kehle entringt, gleicht eher dem missglückten Brunftschrei eines heiseren Hirschen.
’Das hilft dir auch nicht. Konzentrier dich lieber. Schreib!‘
»Ich versuche es ja! Aber ich habe Hunger!«
’Eben hast du dir noch Mikrofone angesehen.‘
»Ja und?«
’Da dachtest du noch nicht ans Essen.‘
»Nein.«
’Und warum jetzt?‘
»Wegen dem Wort für die Challengegeschichte. Filetzitronenrolle.« Ich muss tatsächlich schlucken, bei dem Gedanken an ein zartes Filet …
’Lass das. Denk nicht dran. Trink lieber einen Schluck Wasser. Ist sowieso besser für deine Figur.‘
»Na recht schönen Dank auch. Was ist damit nicht in Ordnung?«
’Gar nichts. Aber es soll ja auch so bleiben. Findest du nicht?‘
Darauf antworte ich nicht.
’Also, was ist jetzt? Schreibst du?‘
»Nein«, gebe ich bockig zurück.
’Solltest du aber.‘
»Ich will nicht.«
’Ich will nicht‘, wiederholt mein Gewissen nachäffend und ich schwöre, ich würde es erwürgen, wäre es greifbar.
’Du würdest tatsächlich zum Mörder?‘, fragt es mich. ’Da fällt mir ein: Was ist mit dem Krimi, den du schreiben willst? Auch auf Eis gelegt?‘
»Ich arbeite daran.«
’Jetzt gerade?‘
»Ja, ich entwickle eine gewissenlose Figur.«
Zuerst Stille und dann: ’Filetzitronenrolle … klingt wirklich gut. Kochst du?‘
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KW 26 | Ava Innings nominiert von Kerstin Steiner

ChallangeNominiert wurde Ava Innings von Kerstin Steiner Autorin und mit Kerstins 15 Wörtern war es nicht immer einfach, aber lest selbst.

1. Weltmeister – 2. Flaschenhals – 3. Zecke – 4. Rotkehlchen – 5. Fußmatte – 6. Scherben – 7. Sondermüll – 8. Wettervorhersage – 9. Professor  – 10. Wunderkerze – 11. Würfel – 12. Leopard – 13. Baumarkt – 14. Mexiko – 15. Pop-Up-Pool

Gott, wie ich diesen Anblick liebe und ich bin die Einzige, die ihn so zu sehen bekommt, denn er ist nun einmal eitel. Doch ich finde es sexy, wenn Brad seine Brille trägt. Professor-Chic nennt man das vermutlich oder Nerd-Chic? Keine Ahnung, aber nie im Leben würde man darauf kommen, dass er Weltmeister im Surfen ist, wenn man ihn so sieht. Aber genau deshalb sind wir hier in Mexiko. Hier gibt es nämlich nicht nur Skandale rund um Aufbereitungsanlagen von Sondermüll und Tequila sondern auch jede Menge guter Wellen. Theoretisch jedenfalls, denn im Moment ist hier tote Hose. Da hilft es auch nichts, dass Rory bereits zum zehnten Mal an diesem Tag den Forecast checkt.
„Schau mal lieber nach, wie das Wetter wird“, fordere ich ihn auf und setze mich neben ihn. Er wirkt frustriert und unruhig. Klar, er hat drei Tage lang keine Welle genommen und da wird er immer etwas mürrisch.
„Die beschissene Wettervorhersage interessiert mich nicht“, brummelt er. Er ist so süß, wenn er schmollt.
„Aber mich. Ich meine, natürlich können wir hier rumhängen, aber wir könnten auch einen Ausflug machen und …“
„Du willst uns nur von Red Robin weglocken“, mutmaßt er. Das Rotkelchen … ich verdrehe die Augen. An die habe ich gar nicht mehr gedacht.
„Ach, ich weiß, dass ihr nicht auf den Leopard steht …“
„Den Leopard? Du bist so geil, Joe.“ Rory lacht sich schlapp und ich frage mich, was ich jetzt schon wieder gesagt habe, um ihn zu belustigen. Erst gestern hat er sich königlich über meine Tollpatschigkeit amüsiert, als ich mit der Zerstörungskraft einer Atombombe den Speisesaal verwüstet habe. Das Personal wird auch in fünfzig Jahren noch an mich denken, wenn sie Scherben finden. Zum Glück haben sie verhindert, dass ich mich mit dem Flaschenhals erdolcht habe, indem sie mir verboten haben beim Aufräumen zu helfen. Gestern war echt nicht mein Tag. Ich hatte so heftige Migräne, dass ich dachte, mir würde der Kopf platzen.
„Was ist so lustig?“, erkundigt sich Brad, legt sein Buch beiseite, erhebt sich und kommt zu uns rüber. „KW 26 | Ava Innings nominiert von Kerstin Steiner“ weiterlesen