Veröffentlicht in IndieAutorChallenge, Kurzgeschichten

KW 48 | Medusa Mabuse nominiert von Marlies Borghold

Challange

„Beim Lesen der Worte, die Marlies Borghold, alias Agnes M. Holdborg, vorgab, hatte ich sofort ein Ende für die Geschichte im Kopf. Auch der Anfang war schnell gefunden, nur mit dem Mittelteil hatte ich Schwierigkeiten. Doch lest selbst.“ (Medusa Mabuse)

Magengrummeln ~ Bürobedarf ~ Holzkiste ~ Perlenkette ~ Schwanenhals ~ Messingbett ~ Gardinenpredigt ~ Fahrradklingel ~ Kerzenstummel ~ Wolle ~ Hinterhalt ~ Gottesdienst ~ Goldader ~ Besen ~ Seidenbluse

Gefangen
Mein Name ist Fiona, mein Aufenthaltsort: eine zwei mal zwei Meter große Holzkiste. Ich bin nicht freiwillig hier, doch es ist auch nicht das erste Mal, dass ich mich in solch einer Situation befinde.
Meine Familie ist reich. Sehr reich sogar. Mein Ur-, oder war es der Ururgroßvater, spielt ja auch keine Rolle. Na jedenfalls ist der, als er jung war, auf eine Goldader gestoßen. Er war geschickt und hat viel Geld gemacht. Außerdem war er ein Geizkragen, aber das kam letztlich seinen Nachkommen zugute.

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KW 36 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse

Challange

Es ist Samstag, Zeit für eine neue Kurzgeschichte aus der #IndieAutorChallenge.
Heute hat sich die bezaubernde Kollegin Medusa Mabuse meiner fünfzehn Wörter angenommen, und daraus eine  spannende  Kurzgeschichte geschrieben.

1. Aster – 2. Cocktail – 3. Liegestuhl – 4. Aufzug – 5. Ratte – 6. Kekse – 7. Postkarte – 8. Kunstwerk – 9. Lapislazuli – 10. Visitenkarte – 11. Handschellen – 12. Himmelbett – 13. Hase – 14. Kaktus – 15. Schlangenlinie

Medusa Mabuse

 

 

Träge blinzelnd schlug Liliana die Augen auf, als sich der Ober dezent räusperte und ein Tablett auf das Tischchen neben ihren Liegestuhl stellte.
»Verzeihung, Miss. Mit besten Wünschen von dem Herrn an der Bar«, erklärte er steif.
Ihr Blick huschte über den Pool hinweg zu dem Pavillon, um den sich einige Hotelgäste versammelt hatten. »Von wem genau?«, fragte sie nach, obwohl sie bereits ahnte, wer ihr den Cocktail spendiert hatte.
»Der Herr ganz links«, bestätigte der Kellner ihre Annahme. »Möchten Sie ihm eine Nachricht zukommen lassen? Hier, er hat seine Visitenkarte beigelegt.«
Der Mann war ihr schon heute Morgen beim Frühstück aufgefallen. Eine Augenweide, der die Blicke vieler Frauen, sogar Männer anzog. Geschmeidig bewegte er sich durch den Saal und nahm am Nebentisch Platz.
Nach dem ersten Schluck Kaffee sah er sich um und grüßte freundlich herüber: »Guten Morgen. Auch alleine hier?«
Plump, sehr Plump, befand Liliana, und gab lediglich ein sprödes »Morgen« zurück, ehe sie übereilt den Frühstückssaal verließ.
Danach war er ihr noch einmal in der Lobby über den Weg gelaufen. Er trat in dem Moment aus dem Aufzug, als sie daran vorüberging, um am Empfang eine Postkarte abzugeben. Sie konnte gerade noch mit einem Schritt zur Seite verhindern, dass er sie umrannte. Dieses Manöver beförderte sie allerdings in einen Pflanzkübel, der neben dem Fahrstuhl platziert, und mit wundervoll duftenden Astern bestückt war.
Es war ihr peinlich, denn üblicherweise war sie nicht so tollpatschig. Er hingegen besaß die Frechheit sie auch noch auszulachen.
»Sie können von Glück reden, dass dies kein Kaktus war«, verspottete er sie.
Liliana sah wütend zu ihm auf, verkniff sich jedoch eine bissige Antwort. Stattdessen ließ sie ihn stehen und ging nach draußen an den Pool, wo sie die nächsten Stunden ungestört war. „KW 36 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse“ weiterlesen
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KW 28 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse

Challange

Medusa MabuseAn den Worten meines lieben Kollegen Dietmar wäre ich fast gescheitert. Ich trug mich sogar mit dem Gedanken, die Geschichte abzusagen, doch so einfach kam ich doch nicht davon.

1. Mikrofon – 2. Autobahn – 3. Filet-zitronenrolle – 4.  Hausarbeit – 5. Zelt – 6. Bluse – 7. Squaredance – 8. Regenbogen – 9. Stress – 10. Eidechse  – 11. Bügeleisen – 12. Tanga – 13. Marker – 14. Kabrio – 15. Brunftschrei

»Endlich Wochenende«, rufe ich euphorisch durch die Wohnung, als ich nach Hause komme. Jetzt erst einmal etwas zum Essen machen und dann mal sehen.
Mein Gewissen war da anderer Meinung. ’Keine Zeit zum Kochen. Es gibt Wichtigeres.‘
Das stimmt. Für die Aufnahme von Leseproben brauche ich ein besseres Mikrofon. Anhand von Prospekten lese nun im Internet Kundenmeinungen zu einigen. Artikel, die mir danach interessant erscheinen, streiche ich mit einem Marker an, alles andere werfe ich in den Müll. Am Ende habe ich genau drei zur Auswahl, von denen ich eins auf meine Wunschliste auf einer großen Verkaufsplattform setze.
Aus Langeweile betrachte ich anschließend noch die Artikel, die sich andere Kunden danach angesehen haben. Eine schicke Bluse zum Beispiel.
’Du hast eine Bluse‘, meldet sich mein geiziges Gewissen. ’Wie wärs mit dem Zelt daneben?‘ »Wofür?«, frage ich laut. »Ich gehe nicht campen.«
’Schade eigentlich. Stell dir doch mal vor: Mit dem Kabrio, offenes Verdeck, der Sonne entgegen. Anhalten, wo es dir gefällt und unter den Sternen übernachten.‘
»Bei meinem Glück lande ich auf der Autobahn mitten im größten Stau der Urlaubssaison und darf mir auf einem überfüllten Campingplatz das Nachtlager mit Eidechsen teilen«, entgegne ich sarkastisch.
’Oh, wir sind heute zickig. Na gut. Was ist mit dem Tanga?‘
»Was soll damit sein?«
’Nichts für dich?‘
»Sag mal, spinnst du? Wann habe ich jemals … Du nervst!« Mir ist die Lust am Online-Bummeln vergangen und ich klappe meinen Laptop geräuschvoll zu.
’Das solltest du nicht tun.‘
»Was!?«
’Deinen Läppi schließen.‘
»Doch! Ich habe anderes zu tun. Hausarbeit zum Beispiel. Außerdem wartet ein riesiger Wäscheberg.« Entschlossen stehe ich auf und gehe ins Schlafzimmer.
’Dein Bügeleisen ist kaputt. Du könntest dir Online ein neues kaufen.‘
Zögernd kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück. Kaum habe ich mich erneut auf die Verkaufsplattform eingewählt, meckert mein Gewissen schon wieder.
’Vergiss das Bügeleisen. Suche lieber nach einer passenden Musik zur Inspiration. Squaredance, das würde doch für deinen Roman passen, der in Texas spielt.‘
Es ist richtig. Zum Schreiben brauche ich Musik. Aber die muss mir auch gefallen. Hinzu kommt, dass ich dieses Skript im Moment zugunsten eines anderen hintangestellt habe. Viel lieber möchte ich mit Samantha und Derek vorankommen. Becca und Nicholas müssen warten.
’So wie der Regenbogen?‘
Mein Gewissen macht Gedankensprünge, denen ich oft nicht folgen kann. »Regenbogen?«
’Der Roman von Uwe. Schon vergessen?‘
»Oh«, gebe ich kleinlaut zu. »Over the Rainbow, Band zwei. Richtig. Der wartet ja noch auf Überarbeitung.«
’Wie so vieles andere. Du hast versprochen, heute noch eine Geschichte für die #IndieAutorChallenge abzuliefern.‘
Ja, das auch noch. Ich spüre, wie sich Stress in mir breit macht. Dagegen soll ein Urschrei helfen, doch was sich meiner Kehle entringt, gleicht eher dem missglückten Brunftschrei eines heiseren Hirschen.
’Das hilft dir auch nicht. Konzentrier dich lieber. Schreib!‘
»Ich versuche es ja! Aber ich habe Hunger!«
’Eben hast du dir noch Mikrofone angesehen.‘
»Ja und?«
’Da dachtest du noch nicht ans Essen.‘
»Nein.«
’Und warum jetzt?‘
»Wegen dem Wort für die Challengegeschichte. Filetzitronenrolle.« Ich muss tatsächlich schlucken, bei dem Gedanken an ein zartes Filet …
’Lass das. Denk nicht dran. Trink lieber einen Schluck Wasser. Ist sowieso besser für deine Figur.‘
»Na recht schönen Dank auch. Was ist damit nicht in Ordnung?«
’Gar nichts. Aber es soll ja auch so bleiben. Findest du nicht?‘
Darauf antworte ich nicht.
’Also, was ist jetzt? Schreibst du?‘
»Nein«, gebe ich bockig zurück.
’Solltest du aber.‘
»Ich will nicht.«
’Ich will nicht‘, wiederholt mein Gewissen nachäffend und ich schwöre, ich würde es erwürgen, wäre es greifbar.
’Du würdest tatsächlich zum Mörder?‘, fragt es mich. ’Da fällt mir ein: Was ist mit dem Krimi, den du schreiben willst? Auch auf Eis gelegt?‘
»Ich arbeite daran.«
’Jetzt gerade?‘
»Ja, ich entwickle eine gewissenlose Figur.«
Zuerst Stille und dann: ’Filetzitronenrolle … klingt wirklich gut. Kochst du?‘