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KW 49 | Bettina Betty Kiraly Kay nominiert von Medusa Mabuse

ChallangeEine Geschichte von Bettina Betty Kiraly Kay, die von Medusa Mabusenominiert wurde.

Einkaufsorgie –  Warenkorb – Kühlschrank – Sonnenuntergang – Tiefkühlpizza –  Kristallleuchter – Badeperlen – Katzenjammer – Ravel-  Spielverderber – Blumenmeer – Flügelschlag – Katapult – Couchpotatoe – Zielgerade

Weihnachten daheim

„Ich bin schon auf der Zielgeraden für Weihnachten. Wie sieht es bei dir aus?“, frage ich über meine Schulter, während ich die letzten Lebensmittel aus den Einkaufstüten im Kühlschrank verstaue.
Adrian greift an mir vorbei nach einer Packung Wurst, reißt sie auf und steckt sich eine Scheibe in den Mund. „Willst du auch, Süßer?“, fragt er als Antwort auf meinen strengen Blick.
„Danke nein.“

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Weihnachtshäppchen – Erste Geschichte

adventschallenge***Weihnachtshäppchen***  Leser/Autoren-Challenge

Marlies Borghold stellt sich zuerst der Herausforderung von Sonja Batzdorf

Die Geschichte ist nach den Vorgabeworten von Sonja Batzdorf: Kinderlachen , Adventskranz , Schneeflocke(n) , Weihnachten , Schokoladenweihnachtsmann‬.

Kaiser, König, Weihnachten
Toni konnte es nicht ertragen, dieses Getue um Weihnachten, und schaltete den Fernseher aus. Als wenn so ein Schokoladenweihnachtsmann, ob lila oder bunt, ein einziges Kinderlachen hervorlocken könnte! Als wenn man jetzt nur noch tonnenweise Plätzchen backen, tausende Weihnachtsmärkte besuchen und zig Hektoliter Glühwein trinken würde! Als wenn alle miteinander plötzlich fröhlich und friedvoll wären! Ein fünfzigjähriger eingefleischter Junggeselle wusste Bescheid. »Was für ein verlogener Scheiß!«, höhnte er und machte sich schwerfällig auf. Es war Zeit fürs Bett, schließlich begann der nächste Arbeitstag früh.

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KW 47 | Marlies Borghold nominiert von Any Swan

Challange

Marlies Borghold ist in die Challenge-Gemeinde gekommen.
Hier ihre erste Geschichte für euch mit den Wörtern von Any Swan.

So, ihr Lieben! Ich habe mich an meinem ersten IAC-Beitrag versucht.
Hätte die Geschichte einen Titel, hätte ich “Das verflixte siebte Jahr” oder “Der Ring” gewählt, ABER das hätte den Rahmen der drei Normseiten gesprengt, lach. Hier also meine Geschichte, mit folgenden Worten:
Motorschaden – Glühwein – Rum – Weiberheld – Hundedecke – Zimtschnecke – Papierflieger – Mietwagen – Niesattacke – Allergie – Vollmond – Flugzeug – Hunger – Angst – Nebel

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KW 45 | Dietmar Hesse nominiert von Ava Innings

Heute gibt es eine neue Indie-Autor-Challenge  mit einer Geschichte von mir. Nominiert wurde ich von Ava Innings, die mich mit den nachfolgenden fünfzehn Wörtern vor die ultimative Herausforderung gestellt hat.

1. Berlin – 2. Gütertrennung – 3. Buchrücken – 4. Schmetterlinge –
5. Expedition – 6. Porno – 7. Tütensuppe – 8. Dachfenster – 9. Kuh –
10. Facebook – 11. Garderobe – 12. Museum – 13. Fallrohr –
14. Nieselregen – 15. Waschanlage

Den Kopf im Kissen vergraben fiel der Blick auf das Dachfenster. Nieselregen in Berlin, das leise Klopfen der Tropfen auf dem Glas hatte meinen stimmungsvollen Traum unterbrochen. Ich kuschelte mich in die Bettdecke und versuchte wieder, in ihn einzutauchen.

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KW 40 | Bettina Kiraly nominiert von Jenny Effertz

Challange

Euch jede Woche mit einer Indie-Autor-Challenge zu beglücken ist unser Ziel und wir freuen uns wahnsinnig darüber, dass wir in letzter Zeit neue Autoren für unser Projekt gewinnen konnten. Leider ist die #IAC / #IndieAuthorChallenge auch nach über einem Jahr harter Arbeit noch nicht da, wo wir sie gerne hätten und daher haben wir heute eine Bitte an euch: Wenn euch unsere Geschichten gefallen, dann seid so gut und macht hier auf Facebook oder euren Blogs darauf aufmerksam. Redet über uns. Ihr findet auf der Seite Indie-Autor-Challenge Geschichten von Any Swan, Kathrin Lichters / Liv Keen, Mila Summers, Nicole König, Kerstin Steiner Autorin, Stefanie D. Murphy Author, Medusa Mabuse, D.L. Andrews – Autorin, Gabriele E. Fleischmann Autorin, Isabella Muhr / Zoe M. Lynwood, Autor Dietmar Hesse, Jessica Huber, Birgit Loistl, Jenny Effertz, Betty Kay, Denise Wolf und last but not least von mir Viola Plötz (Violet Truelove & Lindsay Lovejoy / Ava Innings) und es liegt uns wirklich am Herzen euch damit zu unterhalten. So und nun ganz, ganz viel vergnügen mit der Geschichte. (Viola Plötz und das Team)

1. Ordner (Der „Mensch“, nicht das Stehding, wo man was reinheftet) 2. Achterbahn
3. Zuckerwatte 4. Warteschlange 5. Hotdog 6. Kugelschreiber 7. Feuerzeug 8. Wasser 9. Show 10. Cowboy 11. Pferdeherde (grins) 12. Bulli (VW-Bus) 13. Schlafsack 14. Campingkocher 15. Kaffee
Funken
„Du gehst mir auf den Keks! Du bist ein richtiger Ordner!“
„Was hab ich mit einer Mappe gemeinsam?“, frage ich meinen aktuellen Mitbewohner.
„Der Mensch, nicht das Stehding, wo man was reinheftet!“ Mats‘ Kopf wird hochrot. „Ständig räumst du alles weg, und ich brauche tagelang, bis das Wohnzimmer wieder aussieht wie vorher!“
Unser Zusammenleben ähnelt verdammt einer Fahrt mit einer außer Kontrolle geratenen Achterbahn. Vor nicht mal vier Wochen bin ich her eingezogen, und schon möchte ich mich nach einer neuen Bleibe umsehen. „Auf den halbleeren Pizzakartons haben bereits Pilze gewuchert, die du nicht als Belag bestellt hast.“
„Es geht nicht um die Pizza. Unter den Sachen, die du weggeschmissen hast, waren auch meine Notenblätter.“
„Du kannst das Zeug längst auswendig klimpern. Also sei froh, dass jemand hinter dir her putzt.“
„Vielleicht mag ich mein Chaos einfach mehr als dich.“
Glaubt er, ich genieße seine Gesellschaft? „Dito. Kann es kaum erwarten, aus diesem Drecksloch auszuziehen.“
Ich schnappe mir meine Kamera und eine Jacke und trete die Flucht an. Kurz darauf schiebe ich mich durch die Menge im Wiener und mache Aufnahmen von Gesichtern in den Warteschlangen. Ein kleiner Junge, der mit großen Augen zusieht, wie die Zuckerwattemaschine dünne Fäden spinnt, bringt endlich wieder mich zum Lächeln. Als mein Magen knurrt, mache ich Pause. Habe ich bei meiner überstürzten Flucht Geld eingesteckt? In meiner Hosentasche finde ich einen Kugelschreiber, bei dem die Miene fehlt, und ein leeres Feuerzeug. Dann fischen meine Finger einen Zwanzigeuroschein aus der Gesäßtasche. Noch mal Glück gehabt.
Ich ergattere einen Hotdog und schlendere weiter.
„Du musst ihr eine Pause gönnen! Destiny geht es nicht gut.“ Die fordernde Stimme gehört zu einem jungen Mann mit kinnlangem Haar. Gerade piekt er mit einem Finger gegen die Brust eines älteren Herrn neben dem Ponykarussell. „Du quälst sie nur.“ „Vergisst du mal wieder, dass ich dein Boss bin, Uwe? Ich sage dir, was du zu tun hast, und nicht umgekehrt. Gib Destiny einfach Wasser. Ein paar Stunden schafft sie noch.“ Der Alte dreht sich um und geht.
Ich halte an und beobachte diesen Uwe bei seiner Arbeit. Er ist mir schon mal vor die Linse gelaufen. Die armen Tiere. Im hinteren Teil des Karussells ist eine Pferdeherde aufgemalt, die über die weite Prärie galoppieren. Die Ponys haben sicher noch nie so viel Freiheit gefühlt.
Uwe sieht hoch und bemerkt meinen Blick. Seine Augenbraue schießt in die Höhe. Statt wegzusehen, grinse ich ihn an. Er gefällt mir. Das kann er ruhig wissen. Als ich fertig gegessen habe, mache ich ein paar Fotos von Uwe und den Ponys.
Schließlich kommt er zu mir. „Kann ich dir irgendwie helfen?“, fragt er.
„Hast du einen Tipp für einen Unterschlupf für diese Nacht für mich, Cowboy?“
Er zuckt mit den Schultern. „Sorry. Ich schlafe in einem umgebauten Bulli.“
„Cool! Klingt gemütlich.“ Mein Blick hält seinen fest.
„Du kannst heute gerne bei mir schlafen. Ist aber ziemlich kalt, und ich habe nur einen Schlafsack.“
Jetzt muss ich grinsen. „Dann müssen wir uns wohl aneinander kuscheln.“
Langsam nickt er. „Nach Dienstschluss kannst du mit zu mir.“

Ich strecke mich grinsend, als ich am nächsten Tag erwache. Was für eine spannende Nacht! Schnell ziehe ich mich an.
Uwe öffnet die Augen und gähnt. „Morgen.“
„Guten Morgen!“ Ich beuge mich über ihn und küsse ihn auf den Mund. „Gut geschlafen?“
Er nickt. „Wie ein Stein.“
„Hoffentlich bekommst du kein Problem wegen der Show, die wir abgeliefert haben.“
„Das interessiert hier niemanden. Willst du Kaffee?“, fragt er. „Ich habe Instantpulver hier. Du kannst Wasser auf dem Campingkocher heiß machen.“
Ich öffne die Schiebetür und stelle alles bereit. „Aber danach muss ich los.“ „Sehen wir uns heute Abend wieder, großer Schotte?“
Er ist ganz nett, außerdem geschickt mit Händen und Mund. Trotzdem habe ich mich in Gedanken bereits von ihm verabschiedet. „Mal sehen, Cowboy. Ich bin nicht auf der Suche nach was Festem.“
„Verstehe. Kannst dich ja melden, wenn du mal wieder eine Schlafgelegenheit brauchst.“
„In dem Fall bist du meine erste Wahl.“ Ich küsse ihn noch einmal auf den Mund, bevor ich mich mit dem Erhitzen des Wassers beschäftige. Sobald ich in die WG zurückkomme, werde ich mich bei Mats für seinen mangelnden Ordnungssinn bedanken.
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KW 39 | Jennifer Heine nominiert von Denise Wolf

Challange

Ganz neu im Indie-Autor-Challenge-Team ist Jennifer Heine Autorin. Sie wurde von der lieben Denise Wolf nominiert. Viel Spaß mit ihrem Challenge-Debüt. #IAC #IndieAutorChallenge

1. Natur 2. Park 3. Apfel 4. Mülltonne 5. Graffiti 6. Sternschnuppe 7. Schnee 8. Laub 9. Auto 10. Ampel 11. Duftkerze 12. Chips 13. Notizblock 14. Visitenkarte 15. Hund
»Betty, komm endlich«, grummelnd stehe ich auf der Straße und zerre an der Leine, während mein Hund meint, dass die Mülltonne ein hervorragender Ort ist, um ihr Geschäft zu verrichten. Es ist früh am Morgen, beinahe noch Nacht, kaum ein Auto ist auf den Straßen unterwegs. Eigentlich müssten wir nur die Dorfstraße entlang gehen, bis wir an dem wunderschönen Park vorbeikommen. Doch Betty hatte es zu eilig. Der Park ist die Visitenkarte des Dorfes, in dem ich wohne. Vor einigen Jahren gab es hier nichts außer unberührter Natur. Doch die Stadtflucht hat es notwendig gemacht, dass hier neuer Lebensraum geschaffen werden musste. Nachdem Betty fertig ist, überqueren wir die einzige Ampel im Dorf. Dann endlich erreichen wir den Wald, durch den wir gehen müssen, um zu meiner Arbeit zu gelangen. Ich löse die Leine von Bettys Halsband und fange an zu joggen.

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KW 37 | Ava Innings nominiert von Medusa Mabuse

Challange

Es ist Samstag, es ist Indie-Autor-Challenge-Time. Heute gibt es eine Geschichte von Ava Innings, die von Medusa Mabuse nominiert wurde und euch einen Auszug aus ihrer kommenden Novelle “NY Millionäre Club – Chandler” vorstellt. In die Geschichte musste sie 15 Wörter einbauen, die Medusa ihr vorgegeben hat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen. (Viola Plötz)

1. Steuererklärung 2. Räumungsverkauf 3. Umzugskartons 4. Kabelsalat 5. Korkenzieher 6. Lesebrille 7. Kofferraum 8. Regenschirm 9. Lockenwickler 10. Geschenkpapier 11. Wasserglas 12. Tastatur 13. Geldbeutel 14. Parkplatz 15. Smartphone

viola

 

 

WILLOW
Diese Frau brachte sie um den Verstand. Wie konnte man an einem Samstagmorgen um kurz nach sechs so wunderbar aussehen und so eine unfassbar gute Laune haben? Die Haare ihrer Schwester saßen perfekt und sahen aus, als wären sie gerade erst frisch von den Lockenwicklern gerollt worden … was nicht stimmte: Nein, unfairer Weise sahen sie immer so aus.
Willow beneidete Harper um ihre wunderschönen Korkenzieherlocken und auch darum, dass diese in Kürze zu ihrem Verlobten ziehen würde. Der Umzugsdienst sollte in rund zwei Stunden da sein. Einen Parkplatz vor dem Haus, damit die Möbelpacker nicht unnötig schleppen mussten, hatten sie bereits reserviert. Es blieb also noch genug Zeit nach einem kurzen Frühstück, um die letzten Dinge zu verstauen. Harper hatte gestern bis spät in die Nacht ihre Steuererklärung gemacht und daher musste der Rechner samt Tastatur und Kabelsalat, den Drucker, externe Festplatten und USB-Hubs verursacht hatten, noch in einen Umzugskarton gepackt werden.
Sechs schweißtreibende Stunden später sah sie zu, wie der Speditionsdienst davonfuhr. Sie verstaute noch den Karton mit den Wassergläsern und einen Regenschirm in dem Kofferraum von Harpers Auto, ehe sie ihre Schwester in die Arme schloss und sagte: „Das wäre geschafft!“

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KW 36 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse

Challange

Es ist Samstag, Zeit für eine neue Kurzgeschichte aus der #IndieAutorChallenge.
Heute hat sich die bezaubernde Kollegin Medusa Mabuse meiner fünfzehn Wörter angenommen, und daraus eine  spannende  Kurzgeschichte geschrieben.

1. Aster – 2. Cocktail – 3. Liegestuhl – 4. Aufzug – 5. Ratte – 6. Kekse – 7. Postkarte – 8. Kunstwerk – 9. Lapislazuli – 10. Visitenkarte – 11. Handschellen – 12. Himmelbett – 13. Hase – 14. Kaktus – 15. Schlangenlinie

Medusa Mabuse

 

 

Träge blinzelnd schlug Liliana die Augen auf, als sich der Ober dezent räusperte und ein Tablett auf das Tischchen neben ihren Liegestuhl stellte.
»Verzeihung, Miss. Mit besten Wünschen von dem Herrn an der Bar«, erklärte er steif.
Ihr Blick huschte über den Pool hinweg zu dem Pavillon, um den sich einige Hotelgäste versammelt hatten. »Von wem genau?«, fragte sie nach, obwohl sie bereits ahnte, wer ihr den Cocktail spendiert hatte.
»Der Herr ganz links«, bestätigte der Kellner ihre Annahme. »Möchten Sie ihm eine Nachricht zukommen lassen? Hier, er hat seine Visitenkarte beigelegt.«
Der Mann war ihr schon heute Morgen beim Frühstück aufgefallen. Eine Augenweide, der die Blicke vieler Frauen, sogar Männer anzog. Geschmeidig bewegte er sich durch den Saal und nahm am Nebentisch Platz.
Nach dem ersten Schluck Kaffee sah er sich um und grüßte freundlich herüber: »Guten Morgen. Auch alleine hier?«
Plump, sehr Plump, befand Liliana, und gab lediglich ein sprödes »Morgen« zurück, ehe sie übereilt den Frühstückssaal verließ.
Danach war er ihr noch einmal in der Lobby über den Weg gelaufen. Er trat in dem Moment aus dem Aufzug, als sie daran vorüberging, um am Empfang eine Postkarte abzugeben. Sie konnte gerade noch mit einem Schritt zur Seite verhindern, dass er sie umrannte. Dieses Manöver beförderte sie allerdings in einen Pflanzkübel, der neben dem Fahrstuhl platziert, und mit wundervoll duftenden Astern bestückt war.
Es war ihr peinlich, denn üblicherweise war sie nicht so tollpatschig. Er hingegen besaß die Frechheit sie auch noch auszulachen.
»Sie können von Glück reden, dass dies kein Kaktus war«, verspottete er sie.
Liliana sah wütend zu ihm auf, verkniff sich jedoch eine bissige Antwort. Stattdessen ließ sie ihn stehen und ging nach draußen an den Pool, wo sie die nächsten Stunden ungestört war. „KW 36 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse“ weiterlesen
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KW 35 │ Dietmar Hesse nominiert von Kerstin Steiner

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dietnar

 

 

 

Fünfzehn Wörter, vorgegeben von Kerstin Steiner. Es war nicht einfach.

 

Zuckerstange –  Judo – Traum – Zwiebelringe – Synchronspringen – Katzenfutter – Brett –  Vorhang – Federung – Anlauf – Regen – Sohlen – Fußball – Kamera – Bimsstein.

 

Der Wettkampf
Dietmar Hesse

In der Badewanne liegend bearbeitete ich die Sohlen mit dem Bimsstein der holden Ehefrau. Sie mochte keine Hornhaut, egal wo! Lächelnd dachte ich, auch nicht auf meiner Seele!
Die Sonnen schien mir direkt in die Augen und blendete gewaltig. Ich Depp hatte vergessen, den Vorhang zuzuziehen!
Nach einem Blick zur Uhr stieg ich aus, rubbelte die Haare trocken und machte mich landfein.
Elfie hatte heute ihren Big Moment. Weil ihre Freundin mit Magen-Darm den Tag im Bett verbringen musste, war sie aufgerückt, und durfte sich im Mannschaftssynchronspringen beweisen. Wenn ich da zu spät kam, gnade mir Gott!
Hatte ich die Kamera eingepackt? Nicht pünktlich im Hallenbad anzukommen, war ein Ding. Ohne Fotos von ihren Sprüngen zurückzukommen stand auf einem anderen Blatt Papier! Fotoapparat gecheckt, gute Laune, es konnte kosgehen!
An der Haustür wartete Samira, maunzte traurig und schlich mit aufgestelltem Schwanz zwischen meinen Beinen hindurch. Hatte ich ihr Katzenfutter vergessen?
Vorsichtig hob ich sie auf, streichelte ihr Köpfchen und ging mit der Katzendame in die Küche. Tatsächlich, der Napf war leer. Ich schaute im Vorratsschrank nach, eigentlich kümmerte sich Elfie um die Kleine. Da lag eine Zuckerstange, die war wohl eher als Belohnung für Daniel gedacht, die Packung Zwiebelringe bestimmt eine Frühstücksbeilage.
Ah, da hinten sah ich Samiras leckeres Futter. Ein Schälchen geöffnet und ihr in den Fressnapf gegeben, das machte ich doch gerne. Als sie sofort dahin sprintete und genüsslich begann, ihr Mahl zu verspeisen strich ich ihr noch einige Male zärtlich über den Rücken, kraulte sie am Kopf und verabschiedete mich lächelnd.
Nun musste ich schnell sein. Grade rechtzeitig kam ich am Schwimmbad an und wurde auf die Tribüne geleitet. Genau die richtige Höhe für gelungene Bilder. Das Stativ aufbauen, das Teleobjektiv montieren, dann war ich bereit!
An der Treppe des Turms stand meine Frau, die Ränge nach mir absuchend.
Ich gab ihr ein Zeichen mit der Hand.
Der Wettkampf fing an. Unsere Damen sollten als drittes Team springen.
Regionsmeisterschaften, so eine Sache für sich. Alle kannten sich gut. Die ersten zwei Mannschaften legten saubere Sprünge vor.
Jetzt war sie dran. Ich fieberte hinter der Kamera mit. Der Delphinsalto der beiden war ein Traum, technisch einwandfrei, ein Gleichklang wie ich ihn selten gesehen hatte. Begeistert klatschte ich.
Sie tauchte auf und suchte mich, winkte mir euphorisch zu. Sie wusste, der Part war klasse. Einer von fünf, hoffentlich sprangen sie so gut weiter.
Runde drei.
Schon beim Betreten der Leiter sah Sonja, eine Sportlerin aus der Nachbarstadt, unsicher aus. Oben auf siebeneinhalb Meter Höhe glaubte ich zu sehen, dass sie leicht schwankte. Der Absprung zum Rückwärtssalto gelang nicht. In der Luft verlor sie die Kontrolle, konnte die Arme anlegen, doch prallte fast waagerecht auf die Wasseroberfläche. Die Rettungsschwimmer von der DLRG eilten sofort zur herbei und holten sie heraus.
Zuerst sah das übel aus, nicht eine Bewegung sah ich von hier. Die Springerinnen, darunter auch Elfie, betrachteten mit offenen Mündern vom Rand aus das Geschehen.
Nach ein paar Minuten erkannte ich, dass sie sich bewegte, hustend zu sich kam.
Mit unterstützenden Griffen der Helfer erhob sie sich, winkte zu uns und wurde in den Krankenwagen geführt.
Ich atmete tief durch, das hätte schlimm ausgehen können. Auf dem Turm war kein Brett mit Federung. Anlauf gab es hier nicht, aus dem Stand wurde konzentriert gesprungen. Ein Fehler beim Absprung brachte den ganzen Ablauf durcheinander. Gott sei dank ging das noch einmal gut. Ich wusste nicht, warum sie so aufgeregt und unkonzentriert auf die Leiter stieg.
Es kehrte wieder Ruhe ein und der Wettkampf wurde fortgeführt. Sprung für Sprung beschäftigte ich mich mit dem Fotografieren. Nur wenn Elfie sich obenvorbereitete, begann das Herz in mir zu rasen. Sie machte so eine tolle Figur in ihrem Badeanzug. Meine Frau eben, egal wo, immer ein Sonnenschein.
Die Leistung der Beiden überzeugte alle Zuschauer, jetzt wartete ich gespannt auf das Urteil der Preisrichter. Leichter Regen kam vom Himmel herunter. Das konnte den Tag nicht mehr verderben.
Die Entscheidung war gefallen. Trara! Hohenstein hatte den Regionalwettbewerb gewonnen. Ich packte die Sachen zusammen und eilte hinunter, um mit der Mannschaft zu feiern.
Im Mannschaftsraum sah ich nur in strahlende Gesichter. Trainer, Kolleginnen und die Akteure lagen sich in den Armen. Champagnerflaschen wurden geköpft, sie prosteten sich zu, und die Stimmung schwebte auf Wolken. Als ich den Raum betrat, fragten mich alle nach den Fotos .«
»Mädels, ihr habt gesiegt, feiert, den Rest sehen wir uns morgen an. Herzlichen Glückwunsch!«
Ich holte Elfie aus der feiernden Traube heraus. »Komm, wir fahren heim und genießen zu zweit deinen Sieg.«
»Nur noch einen kleinen Moment, der Trainer ist gerade raus, um zu fragen, wie es Sonja geht.«
»Klar, und dann ab aufs Sofa?«
Sie lächelte süß. »Aber ja, du bist doch mein Bester!«
Gerührt setzte ich mich und wartete.
Rubens, der Betreuer, kam lachend herein. »Mit Sonja ist alles okay, ein paar blaue Flecke und Bestürzung über das Missgeschick. Entwarnung!«
Elfie kuschelte, wir sagten tschau und fuhren Richtung Wohnzimmer. Daheim war es still. Samira schlummerte in ihrer Hängematte, Daniel schien schon zu schlafen.
»Ich denke, dein Erfolg darf gefeiert werden. Du hast so wunderbar ausgesehen in dem Badeanzug, die Sprünge, einfach perfekt! Cool, eine so tolle Frau zu haben.«
Sie grinste und schlug mir grinsend auf die Schulter.

Wir saßen auf dem Sofa, ein Glas Sekt in den Händen und wollten gerade auf ihren Sieg anstoßen, als unser Großer zu mir kam. Er stupste mich an. »Kommst du mal, ich muss mit dir reden?«
Daniel, mein Sprössling, war mit zwölf begeister vom Judo. Die weißen Anzüge, schwarzen Gürtel, die fließenden Bewegungen auf der Matte faszinierten ihn.
»Klar, geh schon mal ins Zimmer, ich bin sofort bei dir.«
Ich prostete der Frau des Herzens zu, wir tranken einen Schluck, und ich zuckte entschuldigend mit den Schultern.
»Unser Sohn will sprechen, der hat wohl ein Problem. Bleib sitzen, wir feiern deinen Sieg gleich weiter. Verliebt zwinkerte ich ihr zu.
»Was ist denn so wichtig, Großer?« »Papa, Judo ist doch nichts für mich. Die machen ja ernst!«
»Tja, Sohnemann. Das ist eine Erfahrung für die Zukunft. Da geht es so zu. Was gibt den noch so, dass dir gefallen würde?«
»Fußball, das kann ich bestimmt, laufe auf dem Platz herum und schieße den Ball.«
Ich lächelte ihm zu, »dann melden wir dich in der Jugendabteilung an, willst du?«
»Klar!« Lachend verschwand er im Jugendzimmer.
Ich grinste innerlich. Du wirst es sehen, Daniel! Da landest du nicht auf der Matte, ist dir der Rasen lieber? Die Erinnerung an meine Begegnung mit der Sportart war zwar schon länger her. An die nahen Kontakte mit der Grasnabe konnte ich mich aber gut erinnern.
Zurück bei Elfie schaute sie so fragend, dass ich um eine Erklärung nicht herum kam.
»Beruhige dich, er mag die weißen Anzüge nicht mehr, ein Fußball-Trikot ist jetzt sein Hit. Wer kann das vorhersagen, am Ende des Weges landet er vielleicht auf dem Sprungturm.«

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KW 34 | Kerstin Steiner nominiert von Isabella Muhr

Challange

kw34
Heute hat sich Kerstin Steiner Autorin der Challenge gestellt. Hier könnt ihr lesen, was sie aus den Wörtern von Isabella Muhr erschaffen hat.

Erdbeere – Milchshake – Teddybär – Plattenspieler – Torschütze – Kochschürze – Gefühlsecht – Gummistiefel  – Regentropfen – Planschbecken – Yogamatte – Fotoapparat – Appetithäppchen – Grossraumtaxi – Jazzmusik

Spuren im Sand

 

Klara ließ eine dicke, rote Erdbeere in den Milchshake fallen, nahm die Kochschürze ab und warf diese achtlos über den von Holzwürmern durchbohren Küchenstuhl. Ihr Blick glitt durch das Wohnzimmer des windschiefen Strandhauses hinaus auf die Terrasse, wo dicke Regentropfen wie im Zeitlupentempo in das pinke Planschbecken fielen, gemächlich über den Rand schwappten und Topfen für Tropfen die kleinen, vergessenen Gummistiefel füllten, um dann eine schmale, schneckenartige Spur bis zur leuchtenden Yogamatte zu ziehen, um schließlich in einem Rinnsal über die drei Stufen dem Strand entgegenzulaufen.

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