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Belinda Benna – Die Farben unserer Wünsche

Eine Träumerin, die sich nach echter Liebe sehnt. Ein Draufgänger, der sein Herz um jeden Preis festhalten will. Und ein Landgut in der Toskana, das alles verändert.

Früher dachte ich, Träume wären dazu da, um sie zu leben. Und dass Liebe sich anfühlen müsste, als würde man Wunderkerzen in sich tragen. Heute weiß ich allerdings, dass diese Vorstellungen leider nur in meiner Fantasie existieren.
Zumindest glaubte ich das.
Doch nun ist da auf einmal Vico – der rätselhafte Mann mit dem kuriosen Lebensstil, der mich nur ansehen muss, um kleine Feuer in mir zu entzünden.
Dieses Gefühl ist wunderschön. Und gleichzeitig so falsch, dass es niemals richtig werden kann.
Denn selbst wenn ich ungebunden wäre. Selbst wenn ich nicht hier in der Toskana wäre, um gemeinsam mit meinem Freund das heruntergekommene Landgut von Vicos Familie zu kaufen. Und sogar, wenn Vico sich verlieben könnte – ausgerechnet in die Frau, die im Begriff ist, ihm seine Heimat zu rauben.
Selbst dann wäre es unmöglich. Träume können einfach nicht wahr werden. Oder etwa doch?

Eine bewegende Liebesgeschichte vor der einzigartigen Kulisse der Toskana. Voller großer Gefühle und Tiefgang – Emotional bis zur letzten Seite.

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Winter an der Küste

Vor dem Fenster tanzten die Flocken lustig in der leichten Brise und bedeckten die Landschaft mit Schnee.
Gemeinsam hatten sie beschlossen, die Heimat an der Nordsee zum Fest zu besuchen. Sie, um die Familie zu sehen. Er wollte Freunde aus dem Büro treffen. Das alles erschien ihm wie ein Schritt durch das Tor der Vergangenheit.
Er fühlte sich in der Wärme der Toskana in der letzten Zeit zuhause. In Gedanken hatte er den Norden Deutschlands schon lange hinter sich gelassen. Der Anblick der Dünen unter der Decke aus weißer Pracht ließ ihn jedoch lächeln.
Neben ihm drehte sich Eva seufzend auf die andere Seite und schlief entspannt weiter. Er betrachtete ihr Gesicht eine Weile, dabei fragte er sich: Womit habe ich mir diese Traumfrau verdient?
Hier fühlte sich alles anders an. Es war die Stille. Leises Rauschen der See, das zwischen den Dünen einen Weg zu seinem Ohr fand, versprach ruhige Tage.
Der betörende Duft frisch aufgebrühtem Kaffees schwebte ihm von unten herauf in die Nase. Frau Harmsen breitete das Frühstück zu.
Lächelnd wendete er sich Eva zu und stupste sie liebevoll an. »Der Kaffee ist fertig«, sang er ihr sanft das Lied ins Ohr.
Sie räkelte sich, grummelte etwas Unverständliches und sah ihn dann fragend an. »Wwwas ist fertig?« Verschlafen setzte sie sich auf.
»Die Vermieterin bereitet das Frühstück. Wir sollten uns anziehen. Ein wenig frisch machen.«
»Wie spät ist es denn?«
»Kurz vor acht.«
»Ich schlafe hier so lange, das liegt bestimmt an der Stille. Kein Vogel weckt mich.«
»Die Möwen stehen an der Küste nicht so früh auf.« Grinsend ging er ins Bad.
Eva warf ihm ein Kopfkissen hinterher. »Du …«
»Moin mien Deern, du siehst hungrig aus. Kaffee oder Tee?« Sie strahlte über das runde, fast faltenlose Gesicht. Nur die graue Haarpracht ließ ihr Alter erahnen.
»Bitte einen Kaffee.«
Die dampfenden Tassen stellte sie zusammen mit einem Teller Weihnachtsgebäck auf dem Tisch ab, und fragte augenzwinkernd: »Wie wollt ihr das Ei? Gekocht, gerührt oder als Spiegelei?«
»Rührei«, flüsterte Eva am heißen Nass nippend.
Das Frühstück war genau das, was sie jetzt brauchten. Frau Harmsen erfüllte alle Wünsche. Gesättigt zogen sie die warmen Stiefel und Jacken an.
Sie hatten sich einen Strandspaziergang vorgenommen. Bei jedem Schritt knirschte es unter den Sohlen, so frostig war es.
Eva sah einfach lustig aus mit der bunten Pudelmütze. Verspielt wie kleine Kinder liefen sie immer wieder los, bewarfen sich lachend mit der weißen Pracht. Vor der Düne schmissen sie sich in den Schnee, um Schneeengel zu zeichnen.
Verschmitzt betrachteten beide das Ergebnis. Jan küsste Eva und räusperte sich, sie in den Arm nehmend.
»Du, mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken an den heutigen Abend. Das Weihnachtsessen liegt mir schwer im Magen. Heiligabend ist doch was Persönliches. Ihnen an einem Familienfest als Fremder zu begegnen… Muss ich da wirklich mit?«
»Wenn du jetzt den Schwanz einziehst, bin ich dir ernstlich böse, Jan van den Books.« Durchdringend sah sie ihm in die Augen. »Sie freuen sich darauf, dich als den Mann an meiner Seite kennen zulernen. Es ist nur ein Essen in der Fischerhütte. Das gemütliche Lokal am Hafen wird dir gefallen.«
Jan lachte Eva an und drückte sie fest. »Dann habe ich wohl keine Wahl, will ich es mir mit dir nicht verscherzen. Wir bestellen uns zu sechs eine Taxe, das sollte passen.«
Auf dem Weg zurück schlenderten sie an einem Spielplatz vorbei. Die Kleinen waren aufgeregt. Sie umschwärmten etwas, von dem nur zwei Stangen über den Köpfen der Kinder hervorlugten.
Neugierig traten Jan und Eva näher heran. Ein freundlicher Mensch hatte den Zwergen für diesen Tag einen Schlitten hingestellt. Gezogen wurde der von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase. Die Kids streichelten und knuddelten das Tier. Ein besonders mutiger Knabe versuchte, auf den Rücken zu klettern. Einen Moment sahen sie dem lustigen Treiben zu, dann gingen sie lächelnd weiter, verzaubert von der schönen Idee.
Der Taxifahrer stand pünktlich vor der Tür, sie abzuholen. Kaum aus dem Ort raus bog er ab auf den Dammweg. Zehn Kilometer geradeaus bis zum Ziel. Um diese späte Stunde an solch einem Tag waren sie die Einzigen auf dem Weg. Die Beiden saßen turtelnd auf der Rückbank. Auf halber Strecke stotterte der Motor des Wagens, der bockte noch zweimal und blieb stehen.
Der Fahrer zuckte mit den Schultern. »Irgendwas kaputt«, raunte er sich in den Bart. Dann rief er über Funk die Zentrale an.
»Heute, um die Uhrzeit? Da draußen, das dauert. Macht euch auf eine lange Nacht gefasst. Hast du Decken dabei?«
»Sie haben es gehört, das kann dauern.« Entschuldigend sah er sie an.
Eva kramte ihr Smartphone aus der Tasche. »Verflixt, kein Empfang. Die Eltern sollen nicht auf uns warten.«
Jan sah sich um. »Da vorne, nicht weit weg, ist ein kleines Haus. Da ist Licht in den Fenstern. Lass uns versuchen, von dort zu telefonieren.«
Beide stiegen aus dem Auto und machten sich auf den Weg. Im diffusen Mondlicht war zu sehen, dass Rauch aus dem Schornstein aufstieg. »Nur ein Anruf, wir wollen die Leute nicht beim Fest stören«, meinte Jan. Arm in Arm stapften sie durch den Schnee auf das Anwesen zu.
An der Tür angekommen, suchten sie vergeblich nach einer Klingel. Eva verlor die Geduld und klopfte laut.
Eine gebückt gehende alte Frau öffnete kurz darauf. »Oh, Frömm. Moije Wiehnachten. Kümmt in, buten is dat koolt. Streift euch bitte vorher die Schuhe ab. Der kleine Ofen schafft das ganze Haus nicht.« Eilig schloss sie hinter ihnen die Tür. »Jacken da aufhängen, und dann rinn in die gute Stube.
»Oh Minchen, Gäste! Stell noch zwei Teller auf den Tisch.« Ein alter Mann in Fischerkleidung erhob sich, um ihnen die Hand zu geben.
Jan druckste verlegen. »Wir wollten nur nach einem Telefon fragen. Hier hat das Handy keinen Empfang«.
»Dieser moderne Kram.« Mit einer einladenden Handbewegung zeigte er auf ein grünes Monstrum mit Wählscheibe.
Das hatte Eva schon lange nicht mehr gesehen. Sie wählte die Nummer ihrer Eltern, erklärte, warum sie heute nicht kommen konnten und legte dann schmunzeln auf. »Morgen sind sie bei uns«, meinte sie zwinkernd zu Jan. »Sie wollen dich kennen lernen.«
»Setzt euch, Lüüd. Gleich steht das Essen auf dem Tisch. Minchen kocht immer zu viel. Ihr seid eingeladen.«
Es gab ein Fischgericht, die beiden Alten erzählten von ihrem Leben als Fischer. Glückliche Zeiten hatten sie hier erlebt. Jetzt verbrachten sie die letzten Jahre in ihrem Häuschen und freuten sich auf jeden neuen Tag.
Im Hintergrund stand ein kleiner Weihnachtsbaum, geschmückt mit Äpfeln und anderen Dingen, die Jan an die Kindheit erinnerten. An ihm brannten richtige Kerzen. Darunter lagen keine Päckchen. Jan sah fragend zu dem alten Fischer.
»Bei uns fällt die Bescherung aus, wir sind uns Geschenk genug. Das werdet ihr auch bald verstehen, wenn ich euch so ansehe.« Schmunzelnd blickte der Jan und Eva an.
Es klopfte an der Tür. Der Taxifahrer stand davor.
»Mein Kollege ist mit dem Ersatzfahrzeug da. Sie können weiterfahren.«
Sie verabschiedeten sich von den netten Gastgebern, wurden gedrückt und ein freundliches Winken begleitete sie auf dem Weg zur Straße.
Auf dem Rücksitz sagte Jan zum Fahrer: «Bitte zu unserer Unterkunft.«
Dann nahm er Eva in den Arm und gab ihr einen langen Kuss. »Das war ein wunderschöner Heiligabend mit dir.«

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KW 47 | Marlies Borghold nominiert von Any Swan

Challange

Marlies Borghold ist in die Challenge-Gemeinde gekommen.
Hier ihre erste Geschichte für euch mit den Wörtern von Any Swan.

So, ihr Lieben! Ich habe mich an meinem ersten IAC-Beitrag versucht.
Hätte die Geschichte einen Titel, hätte ich “Das verflixte siebte Jahr” oder “Der Ring” gewählt, ABER das hätte den Rahmen der drei Normseiten gesprengt, lach. Hier also meine Geschichte, mit folgenden Worten:
Motorschaden – Glühwein – Rum – Weiberheld – Hundedecke – Zimtschnecke – Papierflieger – Mietwagen – Niesattacke – Allergie – Vollmond – Flugzeug – Hunger – Angst – Nebel

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KW 45 | Dietmar Hesse nominiert von Ava Innings

Heute gibt es eine neue Indie-Autor-Challenge  mit einer Geschichte von mir. Nominiert wurde ich von Ava Innings, die mich mit den nachfolgenden fünfzehn Wörtern vor die ultimative Herausforderung gestellt hat.

1. Berlin – 2. Gütertrennung – 3. Buchrücken – 4. Schmetterlinge –
5. Expedition – 6. Porno – 7. Tütensuppe – 8. Dachfenster – 9. Kuh –
10. Facebook – 11. Garderobe – 12. Museum – 13. Fallrohr –
14. Nieselregen – 15. Waschanlage

Den Kopf im Kissen vergraben fiel der Blick auf das Dachfenster. Nieselregen in Berlin, das leise Klopfen der Tropfen auf dem Glas hatte meinen stimmungsvollen Traum unterbrochen. Ich kuschelte mich in die Bettdecke und versuchte wieder, in ihn einzutauchen.

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Rezension – Liebe mit Hicks

leibe-mit-hicksLiebe mit Hicks
Ein Roman von Kirsten Wendt und Marcus Hünnebeck
Verlag: Montlake Romance
Amazon Media
Klappentext:
Jule arbeitet als einfache Angestellte in einer Schauspieleragentur und wird von ihrer ausbeuterischen Chefin dazu verdonnert, mit dem berühmten Schauspieler Eric zu einer Premiere über den roten Teppich zu gehen. Eigentlich kein Problem, wäre da nicht Jules extremes Lampenfieber. Als sie durch einen Zufall Eric vor einer Stalkerin rettet, wendet sich das Blatt und Eric verliebt sich in sie.

Das Cover:
Ein hübsches Gesicht, eine leicht verlegen wirkende Geste, dann das „Hicks“ im Titel, was neugierig macht.
Daumen hoch für bürosüd in München.

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KW 41 | Ava Innings nominiert von Bettina Kiraly

Challange

Heute ist Samstag, das bedeutet …
Richtig, #IndieAutorChallenge Tag. Heute verzaubert uns Ava Innings mit einer Geschichte aus der Welt von #WavesOfLove. 😀 

1. Zwilling 2. Comeback 3. Überfall 4. Zustimmung 5. Science Fiction 6. Gehalt 7. Liebe 8. Schönheit 9. Fehler 10. Fahrrad 11. Paartherapie 12. Blumen 13. Kissen 14. Körperteile 15. Kuss

++++ RORY ++++

Fidschi – 03.07.2016

viola
Ava Innings

Joe gibt ein leises Stöhnen von sich, als ich einen Kuss auf ihren Hals drücke. Es gibt viele Stellen an ihrem Körper, die ich liebe, aber ihr Hals und ihre Titten gehören eindeutig zu meinen Lieblingskörperteilen. Brad neben uns räkelt sich in den Kissen. Er blinzelt verschlafen, ehe er sich auf den Ellbogen abstützt und unserem Treiben zuschaut. Joe nimmt meinen morgendlichen Überfall gelassen hin und ich müsste mich schon sehr irren, wenn ich nicht behaupten könnte, dass er auf begeisterte Zustimmung stößt.
Kurz darauf stoße ich sie. Langsam und sanft … etwas, worüber Brad, der weit weniger zurückhaltend ist, sich immer lustig macht. Doch gerade heute braucht Joe viel Zuneigung und Liebe. Es ist ihr Geburtstag und es wird auch immer der von Russel sein. So ist das bei Zwillingen nun mal, doch Rus ist tot und das bereits seit rund zweieinhalb Jahren. Ich kann es immer noch nicht glauben. Eine Unachtsamkeit, eine falsche Reaktion, ein kleiner Fehler … ich schlucke trocken und versuche mich auf Joe zu konzentrieren. Auch für mich ist dieser Tag nicht einfach. Er ist mit unzähligen Erinnerungen verbunden.

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NY Millionaires Club – Adam

Die bezaubernde Liv Keen (Katrin Lichters) setzt die Geschichten um den NY Millionaires Club mit einer wunderbaren Novelle um Adam fort.


ny-2Klappentext:
Adam Hadley ist Millionär, großspurig, höllisch gut aussehend und zu Lians Leidwesen auch noch bald ihr Stiefbruder.
Eine Woche vor der Hochzeit ihres Vaters und seiner Mutter kehrt er nach New York zurück, nicht nur um die bevorstehende Trauung zu torpedieren, sondern um auch noch ihr Herz zu stehlen. Doch während ihrer heftigen Schlagabtausche wächst die Leidenschaft für den britischen Bad Boy nur noch mehr, was ihrem Vater nicht verborgen bleibt, sodass die Kluft ihrer Familien immer größer wird. Kann Lian den Frauenhelden für sich gewinnen und wird es am Ende sogar eine Hochzeit geben?

Zum Cover:
Auch in Band 2 ist die Skyline von NY  zu bewundern. Adam und Lian vervollkommnen den ersten Eindruck. Als Cover einer Serie einfach perfekt.  Viola Plötz/Truelove Coverdesign zeigt einmal mehr ihr Können. Ein wunderschönes Cover!

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KW 40 | Bettina Kiraly nominiert von Jenny Effertz

Challange

Euch jede Woche mit einer Indie-Autor-Challenge zu beglücken ist unser Ziel und wir freuen uns wahnsinnig darüber, dass wir in letzter Zeit neue Autoren für unser Projekt gewinnen konnten. Leider ist die #IAC / #IndieAuthorChallenge auch nach über einem Jahr harter Arbeit noch nicht da, wo wir sie gerne hätten und daher haben wir heute eine Bitte an euch: Wenn euch unsere Geschichten gefallen, dann seid so gut und macht hier auf Facebook oder euren Blogs darauf aufmerksam. Redet über uns. Ihr findet auf der Seite Indie-Autor-Challenge Geschichten von Any Swan, Kathrin Lichters / Liv Keen, Mila Summers, Nicole König, Kerstin Steiner Autorin, Stefanie D. Murphy Author, Medusa Mabuse, D.L. Andrews – Autorin, Gabriele E. Fleischmann Autorin, Isabella Muhr / Zoe M. Lynwood, Autor Dietmar Hesse, Jessica Huber, Birgit Loistl, Jenny Effertz, Betty Kay, Denise Wolf und last but not least von mir Viola Plötz (Violet Truelove & Lindsay Lovejoy / Ava Innings) und es liegt uns wirklich am Herzen euch damit zu unterhalten. So und nun ganz, ganz viel vergnügen mit der Geschichte. (Viola Plötz und das Team)

1. Ordner (Der „Mensch“, nicht das Stehding, wo man was reinheftet) 2. Achterbahn
3. Zuckerwatte 4. Warteschlange 5. Hotdog 6. Kugelschreiber 7. Feuerzeug 8. Wasser 9. Show 10. Cowboy 11. Pferdeherde (grins) 12. Bulli (VW-Bus) 13. Schlafsack 14. Campingkocher 15. Kaffee
Funken
„Du gehst mir auf den Keks! Du bist ein richtiger Ordner!“
„Was hab ich mit einer Mappe gemeinsam?“, frage ich meinen aktuellen Mitbewohner.
„Der Mensch, nicht das Stehding, wo man was reinheftet!“ Mats‘ Kopf wird hochrot. „Ständig räumst du alles weg, und ich brauche tagelang, bis das Wohnzimmer wieder aussieht wie vorher!“
Unser Zusammenleben ähnelt verdammt einer Fahrt mit einer außer Kontrolle geratenen Achterbahn. Vor nicht mal vier Wochen bin ich her eingezogen, und schon möchte ich mich nach einer neuen Bleibe umsehen. „Auf den halbleeren Pizzakartons haben bereits Pilze gewuchert, die du nicht als Belag bestellt hast.“
„Es geht nicht um die Pizza. Unter den Sachen, die du weggeschmissen hast, waren auch meine Notenblätter.“
„Du kannst das Zeug längst auswendig klimpern. Also sei froh, dass jemand hinter dir her putzt.“
„Vielleicht mag ich mein Chaos einfach mehr als dich.“
Glaubt er, ich genieße seine Gesellschaft? „Dito. Kann es kaum erwarten, aus diesem Drecksloch auszuziehen.“
Ich schnappe mir meine Kamera und eine Jacke und trete die Flucht an. Kurz darauf schiebe ich mich durch die Menge im Wiener und mache Aufnahmen von Gesichtern in den Warteschlangen. Ein kleiner Junge, der mit großen Augen zusieht, wie die Zuckerwattemaschine dünne Fäden spinnt, bringt endlich wieder mich zum Lächeln. Als mein Magen knurrt, mache ich Pause. Habe ich bei meiner überstürzten Flucht Geld eingesteckt? In meiner Hosentasche finde ich einen Kugelschreiber, bei dem die Miene fehlt, und ein leeres Feuerzeug. Dann fischen meine Finger einen Zwanzigeuroschein aus der Gesäßtasche. Noch mal Glück gehabt.
Ich ergattere einen Hotdog und schlendere weiter.
„Du musst ihr eine Pause gönnen! Destiny geht es nicht gut.“ Die fordernde Stimme gehört zu einem jungen Mann mit kinnlangem Haar. Gerade piekt er mit einem Finger gegen die Brust eines älteren Herrn neben dem Ponykarussell. „Du quälst sie nur.“ „Vergisst du mal wieder, dass ich dein Boss bin, Uwe? Ich sage dir, was du zu tun hast, und nicht umgekehrt. Gib Destiny einfach Wasser. Ein paar Stunden schafft sie noch.“ Der Alte dreht sich um und geht.
Ich halte an und beobachte diesen Uwe bei seiner Arbeit. Er ist mir schon mal vor die Linse gelaufen. Die armen Tiere. Im hinteren Teil des Karussells ist eine Pferdeherde aufgemalt, die über die weite Prärie galoppieren. Die Ponys haben sicher noch nie so viel Freiheit gefühlt.
Uwe sieht hoch und bemerkt meinen Blick. Seine Augenbraue schießt in die Höhe. Statt wegzusehen, grinse ich ihn an. Er gefällt mir. Das kann er ruhig wissen. Als ich fertig gegessen habe, mache ich ein paar Fotos von Uwe und den Ponys.
Schließlich kommt er zu mir. „Kann ich dir irgendwie helfen?“, fragt er.
„Hast du einen Tipp für einen Unterschlupf für diese Nacht für mich, Cowboy?“
Er zuckt mit den Schultern. „Sorry. Ich schlafe in einem umgebauten Bulli.“
„Cool! Klingt gemütlich.“ Mein Blick hält seinen fest.
„Du kannst heute gerne bei mir schlafen. Ist aber ziemlich kalt, und ich habe nur einen Schlafsack.“
Jetzt muss ich grinsen. „Dann müssen wir uns wohl aneinander kuscheln.“
Langsam nickt er. „Nach Dienstschluss kannst du mit zu mir.“

Ich strecke mich grinsend, als ich am nächsten Tag erwache. Was für eine spannende Nacht! Schnell ziehe ich mich an.
Uwe öffnet die Augen und gähnt. „Morgen.“
„Guten Morgen!“ Ich beuge mich über ihn und küsse ihn auf den Mund. „Gut geschlafen?“
Er nickt. „Wie ein Stein.“
„Hoffentlich bekommst du kein Problem wegen der Show, die wir abgeliefert haben.“
„Das interessiert hier niemanden. Willst du Kaffee?“, fragt er. „Ich habe Instantpulver hier. Du kannst Wasser auf dem Campingkocher heiß machen.“
Ich öffne die Schiebetür und stelle alles bereit. „Aber danach muss ich los.“ „Sehen wir uns heute Abend wieder, großer Schotte?“
Er ist ganz nett, außerdem geschickt mit Händen und Mund. Trotzdem habe ich mich in Gedanken bereits von ihm verabschiedet. „Mal sehen, Cowboy. Ich bin nicht auf der Suche nach was Festem.“
„Verstehe. Kannst dich ja melden, wenn du mal wieder eine Schlafgelegenheit brauchst.“
„In dem Fall bist du meine erste Wahl.“ Ich küsse ihn noch einmal auf den Mund, bevor ich mich mit dem Erhitzen des Wassers beschäftige. Sobald ich in die WG zurückkomme, werde ich mich bei Mats für seinen mangelnden Ordnungssinn bedanken.
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KW 37 | Ava Innings nominiert von Medusa Mabuse

Challange

Es ist Samstag, es ist Indie-Autor-Challenge-Time. Heute gibt es eine Geschichte von Ava Innings, die von Medusa Mabuse nominiert wurde und euch einen Auszug aus ihrer kommenden Novelle “NY Millionäre Club – Chandler” vorstellt. In die Geschichte musste sie 15 Wörter einbauen, die Medusa ihr vorgegeben hat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen. (Viola Plötz)

1. Steuererklärung 2. Räumungsverkauf 3. Umzugskartons 4. Kabelsalat 5. Korkenzieher 6. Lesebrille 7. Kofferraum 8. Regenschirm 9. Lockenwickler 10. Geschenkpapier 11. Wasserglas 12. Tastatur 13. Geldbeutel 14. Parkplatz 15. Smartphone

viola

 

 

WILLOW
Diese Frau brachte sie um den Verstand. Wie konnte man an einem Samstagmorgen um kurz nach sechs so wunderbar aussehen und so eine unfassbar gute Laune haben? Die Haare ihrer Schwester saßen perfekt und sahen aus, als wären sie gerade erst frisch von den Lockenwicklern gerollt worden … was nicht stimmte: Nein, unfairer Weise sahen sie immer so aus.
Willow beneidete Harper um ihre wunderschönen Korkenzieherlocken und auch darum, dass diese in Kürze zu ihrem Verlobten ziehen würde. Der Umzugsdienst sollte in rund zwei Stunden da sein. Einen Parkplatz vor dem Haus, damit die Möbelpacker nicht unnötig schleppen mussten, hatten sie bereits reserviert. Es blieb also noch genug Zeit nach einem kurzen Frühstück, um die letzten Dinge zu verstauen. Harper hatte gestern bis spät in die Nacht ihre Steuererklärung gemacht und daher musste der Rechner samt Tastatur und Kabelsalat, den Drucker, externe Festplatten und USB-Hubs verursacht hatten, noch in einen Umzugskarton gepackt werden.
Sechs schweißtreibende Stunden später sah sie zu, wie der Speditionsdienst davonfuhr. Sie verstaute noch den Karton mit den Wassergläsern und einen Regenschirm in dem Kofferraum von Harpers Auto, ehe sie ihre Schwester in die Arme schloss und sagte: „Das wäre geschafft!“

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KW 36 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse

Challange

Es ist Samstag, Zeit für eine neue Kurzgeschichte aus der #IndieAutorChallenge.
Heute hat sich die bezaubernde Kollegin Medusa Mabuse meiner fünfzehn Wörter angenommen, und daraus eine  spannende  Kurzgeschichte geschrieben.

1. Aster – 2. Cocktail – 3. Liegestuhl – 4. Aufzug – 5. Ratte – 6. Kekse – 7. Postkarte – 8. Kunstwerk – 9. Lapislazuli – 10. Visitenkarte – 11. Handschellen – 12. Himmelbett – 13. Hase – 14. Kaktus – 15. Schlangenlinie

Medusa Mabuse

 

 

Träge blinzelnd schlug Liliana die Augen auf, als sich der Ober dezent räusperte und ein Tablett auf das Tischchen neben ihren Liegestuhl stellte.
»Verzeihung, Miss. Mit besten Wünschen von dem Herrn an der Bar«, erklärte er steif.
Ihr Blick huschte über den Pool hinweg zu dem Pavillon, um den sich einige Hotelgäste versammelt hatten. »Von wem genau?«, fragte sie nach, obwohl sie bereits ahnte, wer ihr den Cocktail spendiert hatte.
»Der Herr ganz links«, bestätigte der Kellner ihre Annahme. »Möchten Sie ihm eine Nachricht zukommen lassen? Hier, er hat seine Visitenkarte beigelegt.«
Der Mann war ihr schon heute Morgen beim Frühstück aufgefallen. Eine Augenweide, der die Blicke vieler Frauen, sogar Männer anzog. Geschmeidig bewegte er sich durch den Saal und nahm am Nebentisch Platz.
Nach dem ersten Schluck Kaffee sah er sich um und grüßte freundlich herüber: »Guten Morgen. Auch alleine hier?«
Plump, sehr Plump, befand Liliana, und gab lediglich ein sprödes »Morgen« zurück, ehe sie übereilt den Frühstückssaal verließ.
Danach war er ihr noch einmal in der Lobby über den Weg gelaufen. Er trat in dem Moment aus dem Aufzug, als sie daran vorüberging, um am Empfang eine Postkarte abzugeben. Sie konnte gerade noch mit einem Schritt zur Seite verhindern, dass er sie umrannte. Dieses Manöver beförderte sie allerdings in einen Pflanzkübel, der neben dem Fahrstuhl platziert, und mit wundervoll duftenden Astern bestückt war.
Es war ihr peinlich, denn üblicherweise war sie nicht so tollpatschig. Er hingegen besaß die Frechheit sie auch noch auszulachen.
»Sie können von Glück reden, dass dies kein Kaktus war«, verspottete er sie.
Liliana sah wütend zu ihm auf, verkniff sich jedoch eine bissige Antwort. Stattdessen ließ sie ihn stehen und ging nach draußen an den Pool, wo sie die nächsten Stunden ungestört war. „KW 36 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse“ weiterlesen