Weihnachtshäppchen – Any Swan

„Mamiii, den Weihnachtmann gibt es doch wirklich, oder?“, fragte Lucas zögerlich und sah mich aus seinen großen Kulleraugen an, als ich ihn gerade zudecken wollte. Oh oh, da war sie wieder, diese Zwickmühle, in der man wohl unweigerlich als Mutter oder Vater von Kleinkindern steckte. Einerseits wollte man ihren Glauben an den dickbäuchigen Nordpolbewohner mit dem weißen Rauschebart und einem Sack voller Geschenke nicht zerstören, andererseits würden sie früher oder später die Wahrheit herausfinden.

Winter an der Küste

Vor dem Fenster tanzten die Flocken lustig in der leichten Brise und bedeckten die Landschaft mit Schnee.
Gemeinsam hatten sie beschlossen, die Heimat an der Nordsee zum Fest zu besuchen. Sie, um die Familie zu sehen. Er wollte Freunde aus dem Büro treffen. Das alles erschien ihm wie ein Schritt durch das Tor der Vergangenheit.
Er fühlte sich in der Wärme der Toskana in der letzten Zeit zuhause. In Gedanken hatte er den Norden Deutschlands schon lange hinter sich gelassen. Der Anblick der Dünen unter der Decke aus weißer Pracht ließ ihn jedoch lächeln.

KW 49 | Bettina Betty Kiraly Kay nominiert von Medusa Mabuse

„Ich bin schon auf der Zielgeraden für Weihnachten. Wie sieht es bei dir aus?“, frage ich über meine Schulter, während ich die letzten Lebensmittel aus den Einkaufstüten im Kühlschrank verstaue.
Adrian greift an mir vorbei nach einer Packung Wurst, reißt sie auf und steckt sich eine Scheibe in den Mund. „Willst du auch, Süßer?“, fragt er als Antwort auf meinen strengen Blick.

Weihnachtshäppchen – zweiter Teil

Chandler sah sich in dem Haus, in dem Willow aufgewachsen war, um. Es wirkte warm, einladend und behaglich und stand daher in krassem Widerspruch zu Willows Erzählungen. Chandler warf einen Blick zu seiner Freundin, die an einem der geschmückten Fenster stand, hinaus in die Nacht stierte und verzweifelt versuchte, ihre Schwester zu erreichen.

KW 48 | Medusa Mabuse nominiert von Marlies Borghold

Mein Name ist Fiona, mein Aufenthaltsort: eine zwei mal zwei Meter große Holzkiste. Ich bin nicht freiwillig hier, doch es ist auch nicht das erste Mal, dass ich mich in solch einer Situation befinde.
Meine Familie ist reich. Sehr reich sogar. Mein Ur-, oder war es der Ururgroßvater, spielt ja auch keine Rolle. Na jedenfalls ist der, als er jung war, auf eine Goldader gestoßen. Er war geschickt und hat viel Geld gemacht. Außerdem war er ein Geizkragen, aber das kam letztlich seinen Nachkommen zugute.

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