Ella Green erzählt uns in „Dark Games“ von einem unmoralischen Angebot. 🙂
Louanne ist leidenschaftliche Schachspielerin. Einmal in der Woche trifft sie sich mit Monsieur Garet, um mit ihm eine Partie zu spielen. Eines Abends wird sie von ihm zum Abendessen eingeladen und lernt den attraktiven Sebastien, den Enkel von Monsieur Garet kennen. Während einem Schachspiel macht der junge Franzose ihr ein unmoralisches Angebot, welches sie nicht ausschlagen möchte. Für eine Nacht soll sie ihm gehören. Die beiden erleben leidenschaftliche Stunden. Doch was ist nach dieser Nacht? Werden sie sich wieder treffen oder war es eine einmalige Sache?
Joshua schob den schweren, roten Samtvorhang ein Stück zur Seite und linste durch den kleinen Spalt in das Innere des Zuschauerraums. Er atmete tief ein und aus, als sein Blick auf die beiden reservierten Plätze fiel, wovon einer jedes Jahr leer blieb.
Zum Weihnachtsfest hier dir Geschichte von Any Swan
„Ich hatte die Ehre, die Wörter von Marina Dold in eine Geschichte verwandeln zu dürfen und habe mich für eine Fortsetzung zu meiner Challenge-Story rund um Anna und Tom entschieden. Viel Spaß beim Lesen.“
Zimtsterne, Schneekugel, Duftkerze, Geschenk und Schneeflocken
„Mamiii, den Weihnachtmann gibt es doch wirklich, oder?“, fragte Lucas zögerlich und sah mich aus seinen großen Kulleraugen an, als ich ihn gerade zudecken wollte. Oh oh, da war sie wieder, diese Zwickmühle, in der man wohl unweigerlich als Mutter oder Vater von Kleinkindern steckte. Einerseits wollte man ihren Glauben an den dickbäuchigen Nordpolbewohner mit dem weißen Rauschebart und einem Sack voller Geschenke nicht zerstören, andererseits würden sie früher oder später die Wahrheit herausfinden. Ich entschied jedoch, dass mein Fünfjähriger noch eine Weile an seinem Glauben festhalten durfte, also antwortete ich im vollen Brustton der Überzeugung: „Natürlich, mein Schatz.“ Ich setzte mich auf die Bettkante neben ihn und strich zärtlich über seinen Kopf.
„Aber … aber Hannes hat heute im Kindergarten gesagt, dass der Weihnachtmann gar nicht echt ist.“
Vor dem Fenster tanzten die Flocken lustig in der leichten Brise und bedeckten die Landschaft mit Schnee. Gemeinsam hatten sie beschlossen, die Heimat an der Nordsee zum Fest zu besuchen. Sie, um die Familie zu sehen. Er wollte Freunde aus dem Büro treffen. Das alles erschien ihm wie ein Schritt durch das Tor der Vergangenheit. Er fühlte sich in der Wärme der Toskana in der letzten Zeit zuhause. In Gedanken hatte er den Norden Deutschlands schon lange hinter sich gelassen. Der Anblick der Dünen unter der Decke aus weißer Pracht ließ ihn jedoch lächeln. Neben ihm drehte sich Eva seufzend auf die andere Seite und schlief entspannt weiter. Er betrachtete ihr Gesicht eine Weile, dabei fragte er sich: Womit habe ich mir diese Traumfrau verdient? Hier fühlte sich alles anders an. Es war die Stille. Leises Rauschen der See, das zwischen den Dünen einen Weg zu seinem Ohr fand, versprach ruhige Tage. Der betörende Duft frisch aufgebrühtem Kaffees schwebte ihm von unten herauf in die Nase. Frau Harmsen breitete das Frühstück zu. Lächelnd wendete er sich Eva zu und stupste sie liebevoll an. »Der Kaffee ist fertig«, sang er ihr sanft das Lied ins Ohr. Sie räkelte sich, grummelte etwas Unverständliches und sah ihn dann fragend an. »Wwwas ist fertig?« Verschlafen setzte sie sich auf. »Die Vermieterin bereitet das Frühstück. Wir sollten uns anziehen. Ein wenig frisch machen.« »Wie spät ist es denn?« »Kurz vor acht.« »Ich schlafe hier so lange, das liegt bestimmt an der Stille. Kein Vogel weckt mich.« »Die Möwen stehen an der Küste nicht so früh auf.« Grinsend ging er ins Bad. Eva warf ihm ein Kopfkissen hinterher. »Du …« »Moin mien Deern, du siehst hungrig aus. Kaffee oder Tee?« Sie strahlte über das runde, fast faltenlose Gesicht. Nur die graue Haarpracht ließ ihr Alter erahnen. »Bitte einen Kaffee.« Die dampfenden Tassen stellte sie zusammen mit einem Teller Weihnachtsgebäck auf dem Tisch ab, und fragte augenzwinkernd: »Wie wollt ihr das Ei? Gekocht, gerührt oder als Spiegelei?« »Rührei«, flüsterte Eva am heißen Nass nippend. Das Frühstück war genau das, was sie jetzt brauchten. Frau Harmsen erfüllte alle Wünsche. Gesättigt zogen sie die warmen Stiefel und Jacken an. Sie hatten sich einen Strandspaziergang vorgenommen. Bei jedem Schritt knirschte es unter den Sohlen, so frostig war es. Eva sah einfach lustig aus mit der bunten Pudelmütze. Verspielt wie kleine Kinder liefen sie immer wieder los, bewarfen sich lachend mit der weißen Pracht. Vor der Düne schmissen sie sich in den Schnee, um Schneeengel zu zeichnen. Verschmitzt betrachteten beide das Ergebnis. Jan küsste Eva und räusperte sich, sie in den Arm nehmend. »Du, mir ist nicht ganz wohl bei dem Gedanken an den heutigen Abend. Das Weihnachtsessen liegt mir schwer im Magen. Heiligabend ist doch was Persönliches. Ihnen an einem Familienfest als Fremder zu begegnen… Muss ich da wirklich mit?« »Wenn du jetzt den Schwanz einziehst, bin ich dir ernstlich böse, Jan van den Books.« Durchdringend sah sie ihm in die Augen. »Sie freuen sich darauf, dich als den Mann an meiner Seite kennen zulernen. Es ist nur ein Essen in der Fischerhütte. Das gemütliche Lokal am Hafen wird dir gefallen.« Jan lachte Eva an und drückte sie fest. »Dann habe ich wohl keine Wahl, will ich es mir mit dir nicht verscherzen. Wir bestellen uns zu sechs eine Taxe, das sollte passen.« Auf dem Weg zurück schlenderten sie an einem Spielplatz vorbei. Die Kleinen waren aufgeregt. Sie umschwärmten etwas, von dem nur zwei Stangen über den Köpfen der Kinder hervorlugten. Neugierig traten Jan und Eva näher heran. Ein freundlicher Mensch hatte den Zwergen für diesen Tag einen Schlitten hingestellt. Gezogen wurde der von Rudolf, dem Rentier mit der roten Nase. Die Kids streichelten und knuddelten das Tier. Ein besonders mutiger Knabe versuchte, auf den Rücken zu klettern. Einen Moment sahen sie dem lustigen Treiben zu, dann gingen sie lächelnd weiter, verzaubert von der schönen Idee. Der Taxifahrer stand pünktlich vor der Tür, sie abzuholen. Kaum aus dem Ort raus bog er ab auf den Dammweg. Zehn Kilometer geradeaus bis zum Ziel. Um diese späte Stunde an solch einem Tag waren sie die Einzigen auf dem Weg. Die Beiden saßen turtelnd auf der Rückbank. Auf halber Strecke stotterte der Motor des Wagens, der bockte noch zweimal und blieb stehen. Der Fahrer zuckte mit den Schultern. »Irgendwas kaputt«, raunte er sich in den Bart. Dann rief er über Funk die Zentrale an. »Heute, um die Uhrzeit? Da draußen, das dauert. Macht euch auf eine lange Nacht gefasst. Hast du Decken dabei?« »Sie haben es gehört, das kann dauern.« Entschuldigend sah er sie an. Eva kramte ihr Smartphone aus der Tasche. »Verflixt, kein Empfang. Die Eltern sollen nicht auf uns warten.« Jan sah sich um. »Da vorne, nicht weit weg, ist ein kleines Haus. Da ist Licht in den Fenstern. Lass uns versuchen, von dort zu telefonieren.« Beide stiegen aus dem Auto und machten sich auf den Weg. Im diffusen Mondlicht war zu sehen, dass Rauch aus dem Schornstein aufstieg. »Nur ein Anruf, wir wollen die Leute nicht beim Fest stören«, meinte Jan. Arm in Arm stapften sie durch den Schnee auf das Anwesen zu. An der Tür angekommen, suchten sie vergeblich nach einer Klingel. Eva verlor die Geduld und klopfte laut. Eine gebückt gehende alte Frau öffnete kurz darauf. »Oh, Frömm. Moije Wiehnachten. Kümmt in, buten is dat koolt. Streift euch bitte vorher die Schuhe ab. Der kleine Ofen schafft das ganze Haus nicht.« Eilig schloss sie hinter ihnen die Tür. »Jacken da aufhängen, und dann rinn in die gute Stube. »Oh Minchen, Gäste! Stell noch zwei Teller auf den Tisch.« Ein alter Mann in Fischerkleidung erhob sich, um ihnen die Hand zu geben. Jan druckste verlegen. »Wir wollten nur nach einem Telefon fragen. Hier hat das Handy keinen Empfang«. »Dieser moderne Kram.« Mit einer einladenden Handbewegung zeigte er auf ein grünes Monstrum mit Wählscheibe. Das hatte Eva schon lange nicht mehr gesehen. Sie wählte die Nummer ihrer Eltern, erklärte, warum sie heute nicht kommen konnten und legte dann schmunzeln auf. »Morgen sind sie bei uns«, meinte sie zwinkernd zu Jan. »Sie wollen dich kennen lernen.« »Setzt euch, Lüüd. Gleich steht das Essen auf dem Tisch. Minchen kocht immer zu viel. Ihr seid eingeladen.« Es gab ein Fischgericht, die beiden Alten erzählten von ihrem Leben als Fischer. Glückliche Zeiten hatten sie hier erlebt. Jetzt verbrachten sie die letzten Jahre in ihrem Häuschen und freuten sich auf jeden neuen Tag. Im Hintergrund stand ein kleiner Weihnachtsbaum, geschmückt mit Äpfeln und anderen Dingen, die Jan an die Kindheit erinnerten. An ihm brannten richtige Kerzen. Darunter lagen keine Päckchen. Jan sah fragend zu dem alten Fischer. »Bei uns fällt die Bescherung aus, wir sind uns Geschenk genug. Das werdet ihr auch bald verstehen, wenn ich euch so ansehe.« Schmunzelnd blickte der Jan und Eva an. Es klopfte an der Tür. Der Taxifahrer stand davor. »Mein Kollege ist mit dem Ersatzfahrzeug da. Sie können weiterfahren.« Sie verabschiedeten sich von den netten Gastgebern, wurden gedrückt und ein freundliches Winken begleitete sie auf dem Weg zur Straße. Auf dem Rücksitz sagte Jan zum Fahrer: «Bitte zu unserer Unterkunft.« Dann nahm er Eva in den Arm und gab ihr einen langen Kuss. »Das war ein wunderschöner Heiligabend mit dir.«
„Beim Lesen der Worte, die Marlies Borghold, alias Agnes M. Holdborg, vorgab, hatte ich sofort ein Ende für die Geschichte im Kopf. Auch der Anfang war schnell gefunden, nur mit dem Mittelteil hatte ich Schwierigkeiten. Doch lest selbst.“ (Medusa Mabuse)
Mein Name ist Fiona, mein Aufenthaltsort: eine zwei mal zwei Meter große Holzkiste. Ich bin nicht freiwillig hier, doch es ist auch nicht das erste Mal, dass ich mich in solch einer Situation befinde.
Meine Familie ist reich. Sehr reich sogar. Mein Ur-, oder war es der Ururgroßvater, spielt ja auch keine Rolle. Na jedenfalls ist der, als er jung war, auf eine Goldader gestoßen. Er war geschickt und hat viel Geld gemacht. Außerdem war er ein Geizkragen, aber das kam letztlich seinen Nachkommen zugute.
Heute beginnt die Vorweihnachtszeit.
Das erste Lichtlein brennt auf dem Advents-Gesteck.
In den Herzen wird es warm, wir freuen uns auf besinnliche Tage.
Es wird früh dunkel und jeder liest gern ein gutes Buch am Abend.
Marlies Borghold ist in die Challenge-Gemeinde gekommen.
Hier ihre erste Geschichte für euch mit den Wörtern von Any Swan.
So, ihr Lieben! Ich habe mich an meinem ersten IAC-Beitrag versucht.
Hätte die Geschichte einen Titel, hätte ich “Das verflixte siebte Jahr” oder “Der Ring” gewählt, ABER das hätte den Rahmen der drei Normseiten gesprengt, lach. Hier also meine Geschichte, mit folgenden Worten:
Motorschaden – Glühwein – Rum – Weiberheld – Hundedecke – Zimtschnecke – Papierflieger – Mietwagen – Niesattacke – Allergie – Vollmond – Flugzeug – Hunger – Angst – Nebel
Zitternd saß ich auf dem wackligen Klappbett und starrte aus dem Fenster, durch das der Vollmond schien. Der Winter hatte unzählige Eisblumen darauf gezaubert … der erste schöne Anblick, seit ich in dieser Hölle gefangen war. Ich zog meine Knie an und schlang die Arme darum. Inzwischen hatte ich jegliches Zeitgefühl verloren. Waren es zwei Wochen oder doch schon drei, seitdem er mich hier gefangen hielt? Die Handschellen verursachten brennende Schmerzen an meinen Gelenken. Wie konnte es nur soweit kommen? Es fing doch alles so schön an.
Heute gibt es eine neue Indie-Autor-Challenge mit einer Geschichte von mir. Nominiert wurde ich von Ava Innings, die mich mit den nachfolgenden fünfzehn Wörtern vor die ultimative Herausforderung gestellt hat.
Den Kopf im Kissen vergraben fiel der Blick auf das Dachfenster. Nieselregen in Berlin, das leise Klopfen der Tropfen auf dem Glas hatte meinen stimmungsvollen Traum unterbrochen. Ich kuschelte mich in die Bettdecke und versuchte wieder, in ihn einzutauchen.
Joe gibt ein leises Stöhnen von sich, als ich einen Kuss auf ihren Hals drücke. Es gibt viele Stellen an ihrem Körper, die ich liebe, aber ihr Hals und ihre Titten gehören eindeutig zu meinen Lieblingskörperteilen. Brad neben uns räkelt sich in den Kissen. Er blinzelt verschlafen, ehe er sich auf den Ellbogen abstützt und unserem Treiben zuschaut. Joe nimmt meinen morgendlichen Überfall gelassen hin und ich müsste mich schon sehr irren, wenn ich nicht behaupten könnte, dass er auf begeisterte Zustimmung stößt.
Kurz darauf stoße ich sie. Langsam und sanft … etwas, worüber Brad, der weit weniger zurückhaltend ist, sich immer lustig macht. Doch gerade heute braucht Joe viel Zuneigung und Liebe. Es ist ihr Geburtstag und es wird auch immer der von Russel sein. So ist das bei Zwillingen nun mal, doch Rus ist tot und das bereits seit rund zweieinhalb Jahren. Ich kann es immer noch nicht glauben. Eine Unachtsamkeit, eine falsche Reaktion, ein kleiner Fehler … ich schlucke trocken und versuche mich auf Joe zu konzentrieren. Auch für mich ist dieser Tag nicht einfach. Er ist mit unzähligen Erinnerungen verbunden.