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KW 41 | Ava Innings nominiert von Bettina Kiraly

Challange

Heute ist Samstag, das bedeutet …
Richtig, #IndieAutorChallenge Tag. Heute verzaubert uns Ava Innings mit einer Geschichte aus der Welt von #WavesOfLove. 😀 

1. Zwilling 2. Comeback 3. Überfall 4. Zustimmung 5. Science Fiction 6. Gehalt 7. Liebe 8. Schönheit 9. Fehler 10. Fahrrad 11. Paartherapie 12. Blumen 13. Kissen 14. Körperteile 15. Kuss

++++ RORY ++++

Fidschi – 03.07.2016

viola
Ava Innings

Joe gibt ein leises Stöhnen von sich, als ich einen Kuss auf ihren Hals drücke. Es gibt viele Stellen an ihrem Körper, die ich liebe, aber ihr Hals und ihre Titten gehören eindeutig zu meinen Lieblingskörperteilen. Brad neben uns räkelt sich in den Kissen. Er blinzelt verschlafen, ehe er sich auf den Ellbogen abstützt und unserem Treiben zuschaut. Joe nimmt meinen morgendlichen Überfall gelassen hin und ich müsste mich schon sehr irren, wenn ich nicht behaupten könnte, dass er auf begeisterte Zustimmung stößt.
Kurz darauf stoße ich sie. Langsam und sanft … etwas, worüber Brad, der weit weniger zurückhaltend ist, sich immer lustig macht. Doch gerade heute braucht Joe viel Zuneigung und Liebe. Es ist ihr Geburtstag und es wird auch immer der von Russel sein. So ist das bei Zwillingen nun mal, doch Rus ist tot und das bereits seit rund zweieinhalb Jahren. Ich kann es immer noch nicht glauben. Eine Unachtsamkeit, eine falsche Reaktion, ein kleiner Fehler … ich schlucke trocken und versuche mich auf Joe zu konzentrieren. Auch für mich ist dieser Tag nicht einfach. Er ist mit unzähligen Erinnerungen verbunden.

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NY Millionaires Club – Adam

Die bezaubernde Liv Keen (Katrin Lichters) setzt die Geschichten um den NY Millionaires Club mit einer wunderbaren Novelle um Adam fort.


ny-2Klappentext:
Adam Hadley ist Millionär, großspurig, höllisch gut aussehend und zu Lians Leidwesen auch noch bald ihr Stiefbruder.
Eine Woche vor der Hochzeit ihres Vaters und seiner Mutter kehrt er nach New York zurück, nicht nur um die bevorstehende Trauung zu torpedieren, sondern um auch noch ihr Herz zu stehlen. Doch während ihrer heftigen Schlagabtausche wächst die Leidenschaft für den britischen Bad Boy nur noch mehr, was ihrem Vater nicht verborgen bleibt, sodass die Kluft ihrer Familien immer größer wird. Kann Lian den Frauenhelden für sich gewinnen und wird es am Ende sogar eine Hochzeit geben?

Zum Cover:
Auch in Band 2 ist die Skyline von NY  zu bewundern. Adam und Lian vervollkommnen den ersten Eindruck. Als Cover einer Serie einfach perfekt.  Viola Plötz/Truelove Coverdesign zeigt einmal mehr ihr Können. Ein wunderschönes Cover!

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KW 40 | Bettina Kiraly nominiert von Jenny Effertz

Challange

Euch jede Woche mit einer Indie-Autor-Challenge zu beglücken ist unser Ziel und wir freuen uns wahnsinnig darüber, dass wir in letzter Zeit neue Autoren für unser Projekt gewinnen konnten. Leider ist die #IAC / #IndieAuthorChallenge auch nach über einem Jahr harter Arbeit noch nicht da, wo wir sie gerne hätten und daher haben wir heute eine Bitte an euch: Wenn euch unsere Geschichten gefallen, dann seid so gut und macht hier auf Facebook oder euren Blogs darauf aufmerksam. Redet über uns. Ihr findet auf der Seite Indie-Autor-Challenge Geschichten von Any Swan, Kathrin Lichters / Liv Keen, Mila Summers, Nicole König, Kerstin Steiner Autorin, Stefanie D. Murphy Author, Medusa Mabuse, D.L. Andrews – Autorin, Gabriele E. Fleischmann Autorin, Isabella Muhr / Zoe M. Lynwood, Autor Dietmar Hesse, Jessica Huber, Birgit Loistl, Jenny Effertz, Betty Kay, Denise Wolf und last but not least von mir Viola Plötz (Violet Truelove & Lindsay Lovejoy / Ava Innings) und es liegt uns wirklich am Herzen euch damit zu unterhalten. So und nun ganz, ganz viel vergnügen mit der Geschichte. (Viola Plötz und das Team)

1. Ordner (Der „Mensch“, nicht das Stehding, wo man was reinheftet) 2. Achterbahn
3. Zuckerwatte 4. Warteschlange 5. Hotdog 6. Kugelschreiber 7. Feuerzeug 8. Wasser 9. Show 10. Cowboy 11. Pferdeherde (grins) 12. Bulli (VW-Bus) 13. Schlafsack 14. Campingkocher 15. Kaffee
Funken
„Du gehst mir auf den Keks! Du bist ein richtiger Ordner!“
„Was hab ich mit einer Mappe gemeinsam?“, frage ich meinen aktuellen Mitbewohner.
„Der Mensch, nicht das Stehding, wo man was reinheftet!“ Mats‘ Kopf wird hochrot. „Ständig räumst du alles weg, und ich brauche tagelang, bis das Wohnzimmer wieder aussieht wie vorher!“
Unser Zusammenleben ähnelt verdammt einer Fahrt mit einer außer Kontrolle geratenen Achterbahn. Vor nicht mal vier Wochen bin ich her eingezogen, und schon möchte ich mich nach einer neuen Bleibe umsehen. „Auf den halbleeren Pizzakartons haben bereits Pilze gewuchert, die du nicht als Belag bestellt hast.“
„Es geht nicht um die Pizza. Unter den Sachen, die du weggeschmissen hast, waren auch meine Notenblätter.“
„Du kannst das Zeug längst auswendig klimpern. Also sei froh, dass jemand hinter dir her putzt.“
„Vielleicht mag ich mein Chaos einfach mehr als dich.“
Glaubt er, ich genieße seine Gesellschaft? „Dito. Kann es kaum erwarten, aus diesem Drecksloch auszuziehen.“
Ich schnappe mir meine Kamera und eine Jacke und trete die Flucht an. Kurz darauf schiebe ich mich durch die Menge im Wiener und mache Aufnahmen von Gesichtern in den Warteschlangen. Ein kleiner Junge, der mit großen Augen zusieht, wie die Zuckerwattemaschine dünne Fäden spinnt, bringt endlich wieder mich zum Lächeln. Als mein Magen knurrt, mache ich Pause. Habe ich bei meiner überstürzten Flucht Geld eingesteckt? In meiner Hosentasche finde ich einen Kugelschreiber, bei dem die Miene fehlt, und ein leeres Feuerzeug. Dann fischen meine Finger einen Zwanzigeuroschein aus der Gesäßtasche. Noch mal Glück gehabt.
Ich ergattere einen Hotdog und schlendere weiter.
„Du musst ihr eine Pause gönnen! Destiny geht es nicht gut.“ Die fordernde Stimme gehört zu einem jungen Mann mit kinnlangem Haar. Gerade piekt er mit einem Finger gegen die Brust eines älteren Herrn neben dem Ponykarussell. „Du quälst sie nur.“ „Vergisst du mal wieder, dass ich dein Boss bin, Uwe? Ich sage dir, was du zu tun hast, und nicht umgekehrt. Gib Destiny einfach Wasser. Ein paar Stunden schafft sie noch.“ Der Alte dreht sich um und geht.
Ich halte an und beobachte diesen Uwe bei seiner Arbeit. Er ist mir schon mal vor die Linse gelaufen. Die armen Tiere. Im hinteren Teil des Karussells ist eine Pferdeherde aufgemalt, die über die weite Prärie galoppieren. Die Ponys haben sicher noch nie so viel Freiheit gefühlt.
Uwe sieht hoch und bemerkt meinen Blick. Seine Augenbraue schießt in die Höhe. Statt wegzusehen, grinse ich ihn an. Er gefällt mir. Das kann er ruhig wissen. Als ich fertig gegessen habe, mache ich ein paar Fotos von Uwe und den Ponys.
Schließlich kommt er zu mir. „Kann ich dir irgendwie helfen?“, fragt er.
„Hast du einen Tipp für einen Unterschlupf für diese Nacht für mich, Cowboy?“
Er zuckt mit den Schultern. „Sorry. Ich schlafe in einem umgebauten Bulli.“
„Cool! Klingt gemütlich.“ Mein Blick hält seinen fest.
„Du kannst heute gerne bei mir schlafen. Ist aber ziemlich kalt, und ich habe nur einen Schlafsack.“
Jetzt muss ich grinsen. „Dann müssen wir uns wohl aneinander kuscheln.“
Langsam nickt er. „Nach Dienstschluss kannst du mit zu mir.“

Ich strecke mich grinsend, als ich am nächsten Tag erwache. Was für eine spannende Nacht! Schnell ziehe ich mich an.
Uwe öffnet die Augen und gähnt. „Morgen.“
„Guten Morgen!“ Ich beuge mich über ihn und küsse ihn auf den Mund. „Gut geschlafen?“
Er nickt. „Wie ein Stein.“
„Hoffentlich bekommst du kein Problem wegen der Show, die wir abgeliefert haben.“
„Das interessiert hier niemanden. Willst du Kaffee?“, fragt er. „Ich habe Instantpulver hier. Du kannst Wasser auf dem Campingkocher heiß machen.“
Ich öffne die Schiebetür und stelle alles bereit. „Aber danach muss ich los.“ „Sehen wir uns heute Abend wieder, großer Schotte?“
Er ist ganz nett, außerdem geschickt mit Händen und Mund. Trotzdem habe ich mich in Gedanken bereits von ihm verabschiedet. „Mal sehen, Cowboy. Ich bin nicht auf der Suche nach was Festem.“
„Verstehe. Kannst dich ja melden, wenn du mal wieder eine Schlafgelegenheit brauchst.“
„In dem Fall bist du meine erste Wahl.“ Ich küsse ihn noch einmal auf den Mund, bevor ich mich mit dem Erhitzen des Wassers beschäftige. Sobald ich in die WG zurückkomme, werde ich mich bei Mats für seinen mangelnden Ordnungssinn bedanken.
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KW 37 | Ava Innings nominiert von Medusa Mabuse

Challange

Es ist Samstag, es ist Indie-Autor-Challenge-Time. Heute gibt es eine Geschichte von Ava Innings, die von Medusa Mabuse nominiert wurde und euch einen Auszug aus ihrer kommenden Novelle “NY Millionäre Club – Chandler” vorstellt. In die Geschichte musste sie 15 Wörter einbauen, die Medusa ihr vorgegeben hat. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen. (Viola Plötz)

1. Steuererklärung 2. Räumungsverkauf 3. Umzugskartons 4. Kabelsalat 5. Korkenzieher 6. Lesebrille 7. Kofferraum 8. Regenschirm 9. Lockenwickler 10. Geschenkpapier 11. Wasserglas 12. Tastatur 13. Geldbeutel 14. Parkplatz 15. Smartphone

viola

 

 

WILLOW
Diese Frau brachte sie um den Verstand. Wie konnte man an einem Samstagmorgen um kurz nach sechs so wunderbar aussehen und so eine unfassbar gute Laune haben? Die Haare ihrer Schwester saßen perfekt und sahen aus, als wären sie gerade erst frisch von den Lockenwicklern gerollt worden … was nicht stimmte: Nein, unfairer Weise sahen sie immer so aus.
Willow beneidete Harper um ihre wunderschönen Korkenzieherlocken und auch darum, dass diese in Kürze zu ihrem Verlobten ziehen würde. Der Umzugsdienst sollte in rund zwei Stunden da sein. Einen Parkplatz vor dem Haus, damit die Möbelpacker nicht unnötig schleppen mussten, hatten sie bereits reserviert. Es blieb also noch genug Zeit nach einem kurzen Frühstück, um die letzten Dinge zu verstauen. Harper hatte gestern bis spät in die Nacht ihre Steuererklärung gemacht und daher musste der Rechner samt Tastatur und Kabelsalat, den Drucker, externe Festplatten und USB-Hubs verursacht hatten, noch in einen Umzugskarton gepackt werden.
Sechs schweißtreibende Stunden später sah sie zu, wie der Speditionsdienst davonfuhr. Sie verstaute noch den Karton mit den Wassergläsern und einen Regenschirm in dem Kofferraum von Harpers Auto, ehe sie ihre Schwester in die Arme schloss und sagte: „Das wäre geschafft!“

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Tanz im Bauch

Am Abend kam ich in der großen Stadt an und betrat gegen neun die Hotel-Lobby. Die Dame an der Rezeption war scheinbar zu Scherzen aufgelegt.
»Benötigen Sie einen Internet-Zugang?«
»Gerne, ist der kostenpflichtig?«
»Ja, der kostet …« Sie sah mich prüfend an, schaute auf den Monitor, dabei raunte sie … »Nichts!«

Ich musste lächeln. Eine attraktive Person, genau in meinem Alter.
»Dann nehme ich den.«
Sie legte mir strahlend den Zimmerschlüssel und einen Zettel mit den Zugangsdaten auf den Tresen.
»Der Aufzug ist dort hinten links. Sie müssen in den vierten Stock.«
»Danke,« antwortete ich immer noch etwas verwirrt und betrat wenig später mein Zimmer.

Messen teile ich mir in zwei Blöcke. In den aktiven, spannenden  Part der Begegnungen, Gespräche tagsüber. Dann die langweiligen Fernsehabende im Hotel.
Ich schlenderte, nachdem ich die Sachen eingeräumt hatte, nach unten, um eine Zigarette zu rauchen.
Auf dem Weg zurück hörte ich von der Rezeption tatsächlich ein »Schlafen Sie gut!«

Der Samstag auf der Messe begann wunderbar. Ich traf Kolleginnen auf einen Kaffee, wir plauderten und ich erkundete die Stände. Einige FB-Freundinnen wollten mich persönlich kennen lernen.
Am Ende des Messetages trieb mich der Hunger in ein italienisches Restaurant. Es lag auf dem Weg zum Hotel und sah einladend aus.
Pünktlich zum Beginn der Bundesliga war ich auf dem Zimmer. Danach gab es noch einen Wilsberg. Kurz vor zehn dachte ich an meine Bettruhe, doch zuerst die Sucht befriedigen.
Also runter auf eine Zigarette vor die Tür. Ich beeilte mich, denn es war frisch und ich hatte die Jacke oben liegen lassen.
Wieder drin ging ich zur Rezeption. Als Schlummertrunk wollte ich mir etwas mit aufs Zimmer nehmen.
»Ein Bier zum Mitnehmen«, sagte ich zu dem älteren Herrn der Nachtschicht.
Ich schnappte mir die Flasche vom Tresen und schlenderte Richtung Aufzug, als ich hinter der Wand eine Stimme vernahm.
»Herr Hansen!«
Ich blieb stehen. »Ja?«
Eine Tür ging auf, und die Dame vom Empfang stand vor mir. Beschwörend hob sie den Zeigefinger an die Lippen. »Psst, nichts dem da sagen! Sie zeigte zur Rezeption. »Ich habe noch was vor, hätten Sie Lust?«
Im Kopf liefen mehrere Filme gleichzeitig ab. Ich runzelte die Stirn, sah in ihre wunderbaren Augen und musste lächeln. »Kommt drauf an, was sie vorhaben.«
»Ich will jetzt zum Bauchtanz, möchten sie mich begleiten?«
Da brauchte ich nicht lange nachzudenken. Ein aufregender Abend in der Stadt war besser, als alleine im Bett zu liegen.
»Aber gerne, ich muss mir nur meine Jacke aus dem Zimmer holen.«
»Ich warte draußen vor der Tür«.
Ich zwinkerte ihr zu und eilte nach oben.

Sie lief durch verwinkelte Straßen und ich zweifelte, ob ich das Hotel ohne Hilfe wiederfinden würde. »Wo gehen wir hin? Was hat es mit dem Bauchtanz zu bedeuten?«
»Ich muss ins Scheherazade, will mich da als Tänzerin vorstellen. Wissen Sie, ich tanze schon lange. Heute treffe ich da den Boss, wenn Sie mit mir den Abend verbringen, können wir doch auch Du zueinander sagen. Ich heiße Hannah.«
»Gerne, mein Name ist David.«
Sie kam näher heran und hakte ihren Arm bei mir ein. »Und Du triffst da den Besitzer? Kennst du den?«
»Nein, ich habe gehört, dass er jetzt im Laden ist. Komm, wir sind gleich da.«
Wir bogen um die Ecke und ich sah den verschnörkelten Schriftzug vor mir. Eine breite Treppe führte zum Eingang, auf der Besucher darauf warteten, eingelassen zu werden. Vor der Tür hatte sich ein Bär von Mann aufgebaut.

Zielstrebig eilte Hannah auf ihn zu und zog mich dabei hinterher.
»Wir sind hier mit dem Chef verabredet«, hörte ich sie sagen.
Der Riese zuckte mit den Schultern und schüttelte leicht den Kopf. »Kein Tisch frei, tut mir Leid«. Er betrachtete uns prüfend.
»Oder seid ihr mit einem Stehplatz an der Bar zufrieden?«
Ich nickte ihm zu. »Ein Stehplatz ist in Ordnung.«
Mit einer einladenden Geste ließ er uns hinein. »Dann einen schönen Abend bei uns.«

Eine Welle ungewohnter Tonfolgen schlug uns entgegen. Klänge, wie ich sie mir aus Tausend und Eine Nacht vorstellen konnte. Der Raum war riesig, und alle Tische waren besetzt. Die Blicke der Gäste richteten sich auf eine kleine Bühne vor der Tanzfläche, auf der eine Bauchtänzerin ihr Können zeigte.
Hannah schien ebenso fasziniert wie ängstlich zu sein, sie suchte scheinbar Zum Schutz meine Nähe.

»Sollen wir wieder gehen, oder nehmen wir uns einen Platz an der Bar?« Ich sah in die verträumten Augen und stupste mit dem Finger die Nasenspitze dazwischen an. »Hast Du Angst vor deiner eigenen Courage?« Mein Arm legte sich wie von Geisterhand geführt um die Schultern neben mir und ihr Körper ging auf Tuchfühlung.
Getragen von den Wellen der ungewohnten Melodie führte ich Hannah zu einem Stehtisch in der Nähe der Bar. Ich half ihr aus der Jacke und hängte die an die Garderobe.
»Was möchtest Du trinken?«
Sie nahm zärtlich meine Hand und schaute mich an. »Ich bin so aufgeregt, einen Wodka bitte.«
Während wir auf die Getränke warteten, erzählten wir uns gegenseitig von uns.
Schließlich trat der Wirt an den Tisch, dem sie sich vorstellte. Sie gab ihm ihre Kontaktdaten und vereinbarte einen Termin zum Vortanzen.
Endlich sah ich ein entspanntes Lächeln. Hannah umarmte mich, »Du hast mir Glück gebracht«, flüsterte sie mir ins Ohr.
Die Musik wurde orientalisch schön, und die Tanzfläche füllte sich.
»Darf ich bitten«? Ich hielt ihr galant meine Hand entgegen. Wir versanken in den bezaubernden Melodien. Es war einmalig und jede Berührung erzeugte eine Gänsehaut.
Erst ein Blick zur Uhr beendete den Moment.
»Wir müssen gehen, die letzte Bahn fährt gleich.«
Arm in Arm tanzten wir den Weg zum Hotel, so kam es mir jedenfalls vor.  Dort blieben wir stehen. Wir umarmten und küssten uns mit wachsender Leidenschaft.
»Lass uns den Hintereingang nehmen, da sieht uns keiner«, flüsterte sie mir verführerisch zu.
Der Fahrstuhl öffnete mit einem leisen Pling die Tür. Erwartungsvoll folgte ich ihr und er fuhr uns himmlischen Momenten entgegen.

© Dinah Herbst/Dietmar Hesse

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KW 34 | Kerstin Steiner nominiert von Isabella Muhr

Challange

kw34
Heute hat sich Kerstin Steiner Autorin der Challenge gestellt. Hier könnt ihr lesen, was sie aus den Wörtern von Isabella Muhr erschaffen hat.

Erdbeere – Milchshake – Teddybär – Plattenspieler – Torschütze – Kochschürze – Gefühlsecht – Gummistiefel  – Regentropfen – Planschbecken – Yogamatte – Fotoapparat – Appetithäppchen – Grossraumtaxi – Jazzmusik

Spuren im Sand

 

Klara ließ eine dicke, rote Erdbeere in den Milchshake fallen, nahm die Kochschürze ab und warf diese achtlos über den von Holzwürmern durchbohren Küchenstuhl. Ihr Blick glitt durch das Wohnzimmer des windschiefen Strandhauses hinaus auf die Terrasse, wo dicke Regentropfen wie im Zeitlupentempo in das pinke Planschbecken fielen, gemächlich über den Rand schwappten und Topfen für Tropfen die kleinen, vergessenen Gummistiefel füllten, um dann eine schmale, schneckenartige Spur bis zur leuchtenden Yogamatte zu ziehen, um schließlich in einem Rinnsal über die drei Stufen dem Strand entgegenzulaufen.

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KW 33 | Zoe M. Lynwood nominiert von Violet Truelove

Challange

Isabella Muhr

 

Samstag heißt ‪#‎IndieAuthorChallenge‬ Zeit und diesmal stammt die Geschichte von der großartigen Zoe M. Lynwood, die von Violet Truelove & Lindsay Lovejoy nominiert worden ist. Es ist eine ganz besondere Geschichte, weil sie aus Zoes neuem Buch Millionaires Club – Mason stammt, das noch in diesem Jahr erscheint.
Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Fabrikhalle – Bleistiftrock – Stretchlimousine – High Heels – Strandrestaurant – Central Park – Abendessen – Rotwein – Wellengang – Rüschenbluse – Pferdekutsche – Blitzhochzeit – King Size Bed – Las Vegas – Raod Trip

Mason
Zoe M. Lynwood

»Müssen sie ihren Hund immer mit in die Arbeit schleppen?«, schimpfte Quentin Pynkett – Gründersohn des milliardenschweren Modeimperiums Quepy – über den Schreibtisch hinweg. Er verstummte jedoch augenblicklich, als er Masons eisernen Blick bemerkte.
Pynkett mochte vielleicht der Chef und sein Vater der Namensgeber dieses Ladens sein, aber Mason war seit knapp fünf Jahren der Kopf des Unternehmens und die treibende Kraft, die es ihnen überhaupt erst ermöglicht hatte, internationale Erfolge zu feiern. Mit Masons feinem Gespür für Trend und Stil in Kombination mit seinem Verhandlungsgeschick waren sie unschlagbar auf dem Markt und das wusste sein Chef ganz genau.
Mason konnte sehen, wie sich Pynketts Augen zu reiskornkleinen Schlitzen verengten und Mason ging jede Wette ein, dass er die Abhängigkeitsbeziehung die Pynkett zu ihm pflegte, einmal mehr verfluchte. Er konnte sehen, dass sein Chef etwas sagen wollte, doch was für ein bissiger Kommentar ihm auch auf der Zunge liegen mochte, er schluckte ihn wieder hinunter. Mason hatte inzwischen mit gewohnter Gelassenheit auf dem Stuhl gegenüber Platz genommen und seine Hundedame Shelly sabberte mit genüsslicher Unbedarftheit die Tischplatte voll.
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KW 32 | Violet Truelove nominiert von Any Swan

Challange

 

 

viola
Violet Truelove

1. Rostlaube 2. Mondphase 3. Flasche 4. Zigeuner 5. Papierflieger 6. Zunge 7. Treppenstufe 8. Muschel 9. Sand 10. Lagerfeuer 11. Tafelsilber 12. Polizei 13. Baumstumpf 14. Pferdeschwanz 15. Fliegenklatsche

 

Lindsay fasste ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zusammen und warf einen Blick auf ihren schlafenden Mann. Warden lag auf dem Bauch und wieder einmal konnte die Autorin ihr Glück nicht fassen, mit ihm verheiratet zu sein und sein Kind zu erwarten. Er sah zum Anbeißen aus und Lindsay musste sich mühsam davon abhalten, ihm nicht mit der Fliegenklatsche einen Hieb auf seinen knackigen Hintern zu geben. Sie biss sich auf die Zunge, um bei der Vorstellung, wie ihr Liebster daraufhin reagieren würde, nicht laut loszulachen.
Sie liebte Wardens Temperament, auch wenn es manchmal extrem nervig sein konnte, da er immerzu mit dem Kopf durch die Wand musste. Erst gestern hatten sie wieder eine lange Diskussion darüber gehabt, weshalb er unbedingt ein neues Auto brauchte und warum seine ‚Rostlaube’ es keinen Tag länger machen würde. Lindsay hatte sich unnachgiebig gezeigt, denn seinen Traumwagen – sein Weihnachtsgeschenk – hatte sie bereits vor Monaten geordert.
Sie griff zur Flasche auf dem Nachttisch und entdeckte eine wunderschöne Muschel, die Warden dort allem Anschein nach für sie platziert hatte. Lindsay lächelte versonnen und trank einen großen Schluck Wasser, ehe sie sich ans Aufstehen machte. Ihr gewaltiger Babybauch behinderte sie dabei, doch wegen ihres schmerzenden Rückens hielt sie es einfach nicht länger im Bett aus. Dabei hatte sie wegen der Mondphase, in der sie sich befanden, sowieso kaum geschlafen. Warden war der Meinung, dass der Vollmond keine Auswirkungen auf das Schlafverhalten hatte, doch was wusste er schon. Er schlief ohnehin so gut wie nie und war die halbe Nacht am Strand gewesen. Zum Glück war er nicht direkt ins Bett gekommen, sondern hatte erst den Geruch des Lagerfeuers und den Sand mit einer heißen Dusche von seinem durchtrainierten Körper gespült. Lindsay war, was Gerüche betraf, noch immer extrem empfindlich und neigte zur Übelkeit.
Sie stieg die Treppenstufen hinunter und entdeckte Aiden auf dem Sofa. Offensichtlich hatte er es – nach der langen Party – nicht mehr nach Hause geschafft. Na ja, eine wirkliche Party war es nicht gewesen. Eher ein gemütliches und spontanes Zusammensein der Männer. Lindsay war eine Weile bei ihnen gewesen, doch für eine Hochschwangere war es ungemütlich auf einem Baumstumpf zu sitzen, den das Meer an den Strand geschwemmt hatte. Natürlich hatte Warden – weil er absolut perfekt war – vorgeschlagen, ihr einen Liegestuhl von der Terrasse zu holen, aber da sie die einzige Frau am gestrigen Abend gewesen war, hatte sie beschlossen, sein Angebot abzulehnen. Wären Hope und Vera dabei gewesen, hätte sie es sicherlich angenommen, aber so beschloss sie ihrem Mann und seinen Freunden einen Männerabend zu gönnen. Schließlich würden sie in Kürze Eltern werden und dann war das wilde und unabhängige Leben, das sie führten, erst einmal für eine geraume Weile vorbei.
Lindsay widerstand der Versuchung, eine Decke über dem schlafenden Fotografen auszubreiten und die unzähligen Papierflieger, die die Männer irgendwann gebastelt haben mussten, aufzuräumen und schlich stattdessen Richtung Arbeitszimmer. Aiden würde womöglich aufwachen und dann war es mit ihrer freien Zeit vorbei. Sie hatte Warden eigentlich versprochen, weniger zu arbeiten, doch irgendwie wollte ihr das nicht gelingen. Ihr graute davor, wie es sein würde, wenn das Baby erst da wäre. Lindsay liebte das Schreiben und konnte sich ein Leben ohne nicht vorstellen. Sie machte den Computer an und setzte sich an ihren Schreibtisch. Als erstes widmete sich Lindsay ihrem Schützling. Schon vor einer geraumen Weile war sie ein Author-Wing geworden und unterstützte Autoren, die an ihrem ersten Buch arbeiteten. Das Mädchen, das sie betreute, war erst sechzehn Jahre alt. Sie besaß einen großartigen Wortschatz und einen sehr gefühlvollen Schreibstil, leider war der Story an sich anzusehen, wie jung und unerfahren ihr Schützling war. Es ging um ein 18-jähriges Mädchen, einen Zigeuner, gestohlenes Tafelsilber und einen Cop.
Natürlich war die Polizei dem Zigeuner, er war der Freund des Mädchens und ein absoluter Bad Boy, nach einem Einbruch schnell auf den Fersen und das Mädchen verliebte sich letztendlich in den Cop.
Lindsay regte ihren Schützling dazu an, die Charaktere vielschichtiger zu gestalten, denn Menschen waren nie nur gut oder böse, und mit Klischees zu brechen, ehe sie sich die Rezensionen zu Veras neustem Roman, einer süßen Novelle über einen Millionär und seine ungelebten Träume, ansah.
Mit dem Eintritt in die Top 100 gingen auch immer negative Bewertungen einher und da Lindsay wusste, wie sehr Vera ursprünglich darunter gelitten hatte, schrieb sie ihr eine PN über Facebook, als sie sah, dass es eine 1-Sterne-Rezi gab.
Veras Antwort kam umgehend: „Schon, okay 😉 Lieb, dass du fragst, aber die Rezi hat mir gestern sogar irgendwie den Tag gerettet.“
Lindsay schickte Vera als Antwort lediglich ein Fragezeichen, woraufhin Vera erklärte: „Habe mir die anderen Rezis angeschaut und gesehen, wem sie fünf Sterne für seinen Roman gegeben hat. Danach konnte ich den Kritikpunkt ‚primitive Sprache’ irgendwie nicht mehr ernst nehmen und dann war halt auch klar, dass es bloß eine Rezi war, die mich treffen und wegen der ich mich schlecht fühlen sollte.
Tja, der Schuss ging wohl nach hinten los. Selten so gelacht. Made my day!“
Lindsay gluckste belustigt und dachte daran, dass es schon so war, wie Warden immer sagte: Alles hat seinen Sinn!

 

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KW 31 | Any Swan nominiert von Nicole König

Challange
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Any Swan

Heute mit einer Geschichte von Any Swan. Nominiert wurde Any von Nicole König.

1. Malaga – 2. Cabrio – 3. Basilikum  – 4. Liebestöter  – 5. Kameraüberwachung – 6. Doppelstockbett – 7. Swimmingpool – 8. Gedächtnistraining – 9. Liebesspiel – 10. Mona Lisa – 11. Olivenbaum – 12. Garage – 13. Kacheln – 14. Moorhuhn – 15. Kreislauf

Was hatte mich nur geritten, dass ich mich auf einen Rucksacktrip quer durch Spanien eingelassen hatte? Die Landschaft fernab von den Touristenhochburgen war wunderschön, gar keine Frage. Auch das Naturschutzgebiet nahe Malaga, in dem ich mein erstes Moorhuhn zu Gesicht bekam, war eine absolute Augenweide. Doch leider hatte ich mir beim Abstieg von einem kleinen Berg den Fuß verstaucht und jeder Schritt war eine reine Qual. Allmählich merkte ich, wie die Anstrengung mir zudem auf den Kreislauf schlug.
„Ich kann nicht mehr. Ich brauche eine Pause“, gab ich erschöpft von mir und ließ mich unter einem alten knorrigen Olivenbaum seitlich an der Straße nieder. Eigentlich war es eher ein Schotterweg und wir liefen seit einer gefühlten Ewigkeit hier entlang, ohne einem Wagen begegnet zu sein. Ich lehnte meinen Kopf gegen den Stamm und atmete tief durch.
Meine beste Freundin Melissa hockte sich vor mich hin, zog ihren Rucksack vom Rücken und gab mir daraus eine Wasserflasche, die ich dankend annahm.

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KW 30 | Nicole König nominiert von Ava Innings

Challange
NicoleMit diesen spannenden 15 Begriffen, die ich von Ava Innings erhalten habe, entführe ich euch nach Elba in das Hotel der Familie Alberti. Wo auch mein neuer Roman „Liebe in Italien“ spielt.

1. Yogalehrer – 2. Hund  – 3. Zeitung  – 4. Heftpflaster – 5. Gürtelschnalle  – 6. Katzenklappe – 7. Rose – 8. Reisekoffer – 9. Kopfschmerzen – 10. Beinbruch – 11. Tacker – 12. Hörspiel – 13. Füller – 14. Papierkorb – 15.

Altlasten „Jenny?“, ruft mich Adrian vom anderen Ende der Lobby und winkt mir hektisch zu. Ich deute ihm an, dass ich fünf Minuten brauche, bevor ich zu ihm gehen kann. Denn ich war gerade dabei die verwelkte Rose vom Tresen in den Papierkorb zu werfen, und die Zeitungen für unsere Gäste zu richten, als ich eine Frau mit einem weinenden Kind auf mich zukommen sehe.
„Mats, jetzt beruhige dich doch“, fleht die Mutter ihn verzweifelt an und an mich gerichtet, sagte sie:
„Wissen Sie, er weint schon den ganzen Morgen. Wir haben seine Hörspiele vergessen, sodass er gestern erst spät eingeschlafen ist und aus dem Grund ist er heute nur am Weinen. Gibt es hier eine Möglichkeit Hörspiele in deutscher Sprache zu kaufen?“
Fieberhaft überlege ich, ob der kleine Elektronikmarkt auf der Insel diese führt.
„Es könnte sein, dass sie diese bei Luigi finden, aber vermutlich nur auf Italienisch.“
Sie atmet bei meiner Aussage tief durch.
„Warum laden wir die Hörspiele nicht aus dem Internet direkt auf Ihr Handy?“, schaltet sich jetzt unser neuer holländischer Praktikant ein.
„Meinen Sie, das geht?“
„Ja, natürlich. Die können wir abspeichern und Sie haben immer ausreichend Gute- Nacht-Geschichten für Ihren kleinen Sohn dabei.“
Anerkennend nicke ich Bastian zu. „Kümmerst du dich bitte darum?“, frage ich ihn.
„Ja, sehr gerne.“
Seitdem ich im Hotel Royal Alberti auf Elba als Empfangsleitung arbeite, habe ich schon eine Menge erlebt, da ist ein fehlendes Hörspiel das geringste Problem. Gerade die Situation letzte Woche, mit den beiden älteren Damen Ulla und Katharina, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Noch immer bereitet es mir Kopfschmerzen, wenn ich nur daran denke. Vor Wut darüber keine passende Lösung gefunden zu haben, hätte ich am liebsten in den Tacker gebissen. Nicht nur, dass es zu einer Doppelbuchung kam, nein, ein Masseur war gleich ganz ausgefallen. Glücklicherweise war Enya zur Stelle und konnte mich unterstützen.
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