Veröffentlicht in IndieAutorChallenge, Kurzgeschichten

KW 30 | Nicole König nominiert von Ava Innings

Challange
NicoleMit diesen spannenden 15 Begriffen, die ich von Ava Innings erhalten habe, entführe ich euch nach Elba in das Hotel der Familie Alberti. Wo auch mein neuer Roman „Liebe in Italien“ spielt.

1. Yogalehrer – 2. Hund  – 3. Zeitung  – 4. Heftpflaster – 5. Gürtelschnalle  – 6. Katzenklappe – 7. Rose – 8. Reisekoffer – 9. Kopfschmerzen – 10. Beinbruch – 11. Tacker – 12. Hörspiel – 13. Füller – 14. Papierkorb – 15.

Altlasten „Jenny?“, ruft mich Adrian vom anderen Ende der Lobby und winkt mir hektisch zu. Ich deute ihm an, dass ich fünf Minuten brauche, bevor ich zu ihm gehen kann. Denn ich war gerade dabei die verwelkte Rose vom Tresen in den Papierkorb zu werfen, und die Zeitungen für unsere Gäste zu richten, als ich eine Frau mit einem weinenden Kind auf mich zukommen sehe.
„Mats, jetzt beruhige dich doch“, fleht die Mutter ihn verzweifelt an und an mich gerichtet, sagte sie:
„Wissen Sie, er weint schon den ganzen Morgen. Wir haben seine Hörspiele vergessen, sodass er gestern erst spät eingeschlafen ist und aus dem Grund ist er heute nur am Weinen. Gibt es hier eine Möglichkeit Hörspiele in deutscher Sprache zu kaufen?“
Fieberhaft überlege ich, ob der kleine Elektronikmarkt auf der Insel diese führt.
„Es könnte sein, dass sie diese bei Luigi finden, aber vermutlich nur auf Italienisch.“
Sie atmet bei meiner Aussage tief durch.
„Warum laden wir die Hörspiele nicht aus dem Internet direkt auf Ihr Handy?“, schaltet sich jetzt unser neuer holländischer Praktikant ein.
„Meinen Sie, das geht?“
„Ja, natürlich. Die können wir abspeichern und Sie haben immer ausreichend Gute- Nacht-Geschichten für Ihren kleinen Sohn dabei.“
Anerkennend nicke ich Bastian zu. „Kümmerst du dich bitte darum?“, frage ich ihn.
„Ja, sehr gerne.“
Seitdem ich im Hotel Royal Alberti auf Elba als Empfangsleitung arbeite, habe ich schon eine Menge erlebt, da ist ein fehlendes Hörspiel das geringste Problem. Gerade die Situation letzte Woche, mit den beiden älteren Damen Ulla und Katharina, ist mir besonders im Gedächtnis geblieben. Noch immer bereitet es mir Kopfschmerzen, wenn ich nur daran denke. Vor Wut darüber keine passende Lösung gefunden zu haben, hätte ich am liebsten in den Tacker gebissen. Nicht nur, dass es zu einer Doppelbuchung kam, nein, ein Masseur war gleich ganz ausgefallen. Glücklicherweise war Enya zur Stelle und konnte mich unterstützen.
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Rezension – NY Millionaires Club – FINN

FinnBand 01 der NY-Millionaires-Club-Reihe.

Nach dem unvorhergesehenen Tod seines Vaters ist Finn gezwungen, die Geschäftsführung der millionenschweren Firma zu übernehmen. Die Verantwortung lastet schwer auf Finn, der seitdem ein sehr strukturiertes Leben führen muss und immer versucht, es allen recht zu machen – besonders seiner Mutter und seiner Verlobten Viktoria.

Seine Heiratspläne geraten jedoch ins Wanken, als die deutlich jüngere Sängerin Reagan in sein Leben platzt und ihn mit ihrem Erfolgssong daran erinnert, dass er eigentlich ganz andere Träume hatte. Doch Reagan, so bezaubernd sie auch ist, ist kein High Society Girl und passt so gar nicht in seine Welt.

Können der Millionär und die talentierte Sängerin dennoch einen Weg finden, zusammen zu sein?

Autor: Ava Innings
Verfügbar: als E-Book und
limitierte Auflage als Taschenbuch A6
Seitenzahl: 125
Preis: 0,99€ (E-Book)
ASIN ( E-Book ): B01CL93B5I
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Zum Cover:
Die Skyline transportiert mich sofort zum Ort des Geschehens. Die Beiden dahinter versprechen Vergnügen beim Lesen. Es erzeugt genau den ersten visuellen Eindruck, der mich dazu bringt, mehr wissen zu wollen, neugierig zu werden. Sehr gelungen, ein wunderschönes Cover!

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Mein Weg zum Star – Marena Jovic

Die liebe Marena Jovic hat mir erlaubt, ihre Kurzgeschichte hier auf meinem Blog zu veröffentlichen.
Ich danke ihr dafür ganz herzlich.

Es ist eine Geschichte aus der Anthologie des Autoren Netzwerks. Sommer und Mehr, Sommer und noch Mehr, zwei Sammlungen für einen guten Zweck.
Dies ist also eine Kurzgeschichte, um euer Interesse an den zwei Büchern zu wecken!

 

Marena Jovic wurde am 30. April 1970 in Wismar an der Ostsee geboren. Nach ihrer Lehre auf der schönen Insel Rügen zog sie in die Hansestadt Rostock. Seit vierzehn Jahren lebt sie wieder in ihrem Elternhaus nahe ihrer Geburtsstadt.

DSCI0398Das Lesen war eher ihre Leidenschaft, mit Schreiben hatte sie nicht viel am Hut. Das änderte sich jedoch, seit sie eine Kurzgeschichte für die Anthologie „Sommer und mehr“ des Autoren_Netzwerkes verfasst hat. Jetzt lässt sie eigene Ideen im Kopf entstehen und bringt diese auf Papier.

So wurden drei Kurzgeschichten in die Anthologie „Farbspiel“ des Karina-Verlages aufgenommen.

Einige kleine Projekte warten darauf, fertiggestellt zu werden.

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Mein Weg zum Star

Wie jeden Tag liege ich an diesem traumhaften Sandstrand und genieße meinen Urlaub. Die Sonne brennt, was jedoch durch die kühle Seeluft abgemildert wird. Aber mein vom Baden nasser Bikini wird so wenigstens schnell trocken. Ebenso  überzieht eine schöne Bräune meinen Körper.

Während meine feuchte Haut durch die Wärme der Sonne anfängt zu prickeln, döse ich vor mich hin.

Da habe ich mich doch tatsächlich darauf eingelassen, eine Kurzgeschichte zu schreiben. Es hat lange gedauert, aber dafür ist sie hoffentlich gut geworden.

Jetzt werde ich versuchen, mich auf meine tägliche Arbeit zu konzentrieren, denn das Schreiben nahm einen großen Platz ein. Vor gut drei Wochen erschien die Anthologie. Seither wurden bereits viele Bücher verkauft, was mich wirklich freut. Es ist nur ein kleiner Verlag, deshalb ist meine Freude umso größer.

Plötzlich reißt mich das Vibrieren des Handys aus meinen Gedanken.

Nach einem kurzen Hallo meldet sich meine Verlegerin: »Lea, bist du es?«

»Ja natürlich, warum fragst du? Kennst du meine Stimme nicht mehr?«, gebe ich lachend zurück.

»Doch, sicher, aber weißt du, ich hab da was für dich.«

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Veröffentlicht in Rezi

Ein Geist zum Verlieben – Violet Truelove

ein_geistDie Cousinen Daisy und Bella entstammen einer Familie mit übersinnlichen Fähigkeiten. Doch mit der Gabe geht ein schrecklicher Fluch einher, weshalb ihnen kein Liebesglück vergönnt ist. Gemeinsam versuchen die Cousinen den Fluch zu brechen und dadurch das Leben von Daisys Mann Jared zu retten. Ein Unterfangen, das die beiden Frauen vor ungeahnte Herausforderungen stellt. Als wäre das nicht bereits Problem genug, hat sich auch noch ein eigensinniger und scheinbar übermächtiger Geist an Bella geheftet.
Wird es dem Medium gelingen, diesem Herr zu werden?
Und kann der Fluch überhaupt gebrochen werden?

Cover:
Wie immer wunderschön, einfühlsam und in die Geschichte einladend.

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KW 29 | Ava Innings nominiert von Medusa Mabuse

Challange

1. Hausschlüssel – 2. Stehcafé  – 3. Gitarrenhals – 4.  Petrischale
– 5. Schnuller – 6. Spaghettizange – 7. Einkaufskorb  – 8. Warteschlange  – 9. Fußmarsch – 10. Selfie – 11. Feierabend – 12. Badewanne – 13. Reisebüro – 14. Führerschein-  15. Fotografie

Nachdenklich betrachte ich das Selfie, das uns drei in dem Hotelzimmer zeigt, in dem wir unsere erste Liebesnacht verbracht haben. Rory grinst über beide Ohren und sieht so verdammt heiß aus, dass ich hart schlucken muss. Diese Fotografie erinnert mich immer daran, was wir – wenn auch nur für kurze Zeit – hatten. Hoffentlich geht es ihm ebenso. Ich schicke ihm die Aufnahme und bete, dass er bald zur Besinnung kommt, denn ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie lange ich es noch aushalte, mir anzusehen, wie die Groupies sich in die Warteschlange einreihen, um von ihm flachgelegt zu werden.
Auch Brads Geduld scheint langsam am Ende zu sein. Wobei er es aus einer anderen, sehr viel pragmatischeren Perspektive betrachtet. Wie sagte er gestern so schön? „Sonst musst du dann doch irgendwann auf dein Schnuller-Glück aus der Petrischale zurückgreifen.“ Ich weiß, dass er Angst hat, dass ich ihn verlasse, weil er mir kein Baby machen kann, doch ich bin erst zweiundzwanzig und es ist noch viel zu früh, um sich darüber Gedanken zu machen. Ich stecke das Handy weg und greife zu der Gitarre, die neben mir auf dem Sofa liegt. Meine Finger schließen sich um den Gitarrenhals und ich beginne zu spielen. Ein Geräusch lässt mich zusammenzucken und ich blicke auf. Tiger steht auf der Arbeitsplatte und reibt sich an den Kochutensilien, die an einer Leiste an der Wand hängen.

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Post vom Autorensofa

Brief_SofaHeute hatte ich völlig unerwartet einen Brief vom Autorensofa im Briefkasten.
Die Einladung zum Event „Das Autorensofa – Triff deinen Autor“

Ich bin stolz, natürlich nehme ich die Einladung an. Danke, Andrea Bielfeld und allen Autoren vom Sofa. Ich freue mich …
PS: Da gibt es hinterher bestimmt viel zu berichten.

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KW 28 | Medusa Mabuse nominiert von Dietmar Hesse

Challange

Medusa MabuseAn den Worten meines lieben Kollegen Dietmar wäre ich fast gescheitert. Ich trug mich sogar mit dem Gedanken, die Geschichte abzusagen, doch so einfach kam ich doch nicht davon.

1. Mikrofon – 2. Autobahn – 3. Filet-zitronenrolle – 4.  Hausarbeit – 5. Zelt – 6. Bluse – 7. Squaredance – 8. Regenbogen – 9. Stress – 10. Eidechse  – 11. Bügeleisen – 12. Tanga – 13. Marker – 14. Kabrio – 15. Brunftschrei

»Endlich Wochenende«, rufe ich euphorisch durch die Wohnung, als ich nach Hause komme. Jetzt erst einmal etwas zum Essen machen und dann mal sehen.
Mein Gewissen war da anderer Meinung. ’Keine Zeit zum Kochen. Es gibt Wichtigeres.‘
Das stimmt. Für die Aufnahme von Leseproben brauche ich ein besseres Mikrofon. Anhand von Prospekten lese nun im Internet Kundenmeinungen zu einigen. Artikel, die mir danach interessant erscheinen, streiche ich mit einem Marker an, alles andere werfe ich in den Müll. Am Ende habe ich genau drei zur Auswahl, von denen ich eins auf meine Wunschliste auf einer großen Verkaufsplattform setze.
Aus Langeweile betrachte ich anschließend noch die Artikel, die sich andere Kunden danach angesehen haben. Eine schicke Bluse zum Beispiel.
’Du hast eine Bluse‘, meldet sich mein geiziges Gewissen. ’Wie wärs mit dem Zelt daneben?‘ »Wofür?«, frage ich laut. »Ich gehe nicht campen.«
’Schade eigentlich. Stell dir doch mal vor: Mit dem Kabrio, offenes Verdeck, der Sonne entgegen. Anhalten, wo es dir gefällt und unter den Sternen übernachten.‘
»Bei meinem Glück lande ich auf der Autobahn mitten im größten Stau der Urlaubssaison und darf mir auf einem überfüllten Campingplatz das Nachtlager mit Eidechsen teilen«, entgegne ich sarkastisch.
’Oh, wir sind heute zickig. Na gut. Was ist mit dem Tanga?‘
»Was soll damit sein?«
’Nichts für dich?‘
»Sag mal, spinnst du? Wann habe ich jemals … Du nervst!« Mir ist die Lust am Online-Bummeln vergangen und ich klappe meinen Laptop geräuschvoll zu.
’Das solltest du nicht tun.‘
»Was!?«
’Deinen Läppi schließen.‘
»Doch! Ich habe anderes zu tun. Hausarbeit zum Beispiel. Außerdem wartet ein riesiger Wäscheberg.« Entschlossen stehe ich auf und gehe ins Schlafzimmer.
’Dein Bügeleisen ist kaputt. Du könntest dir Online ein neues kaufen.‘
Zögernd kehre ich an meinen Arbeitsplatz zurück. Kaum habe ich mich erneut auf die Verkaufsplattform eingewählt, meckert mein Gewissen schon wieder.
’Vergiss das Bügeleisen. Suche lieber nach einer passenden Musik zur Inspiration. Squaredance, das würde doch für deinen Roman passen, der in Texas spielt.‘
Es ist richtig. Zum Schreiben brauche ich Musik. Aber die muss mir auch gefallen. Hinzu kommt, dass ich dieses Skript im Moment zugunsten eines anderen hintangestellt habe. Viel lieber möchte ich mit Samantha und Derek vorankommen. Becca und Nicholas müssen warten.
’So wie der Regenbogen?‘
Mein Gewissen macht Gedankensprünge, denen ich oft nicht folgen kann. »Regenbogen?«
’Der Roman von Uwe. Schon vergessen?‘
»Oh«, gebe ich kleinlaut zu. »Over the Rainbow, Band zwei. Richtig. Der wartet ja noch auf Überarbeitung.«
’Wie so vieles andere. Du hast versprochen, heute noch eine Geschichte für die #IndieAutorChallenge abzuliefern.‘
Ja, das auch noch. Ich spüre, wie sich Stress in mir breit macht. Dagegen soll ein Urschrei helfen, doch was sich meiner Kehle entringt, gleicht eher dem missglückten Brunftschrei eines heiseren Hirschen.
’Das hilft dir auch nicht. Konzentrier dich lieber. Schreib!‘
»Ich versuche es ja! Aber ich habe Hunger!«
’Eben hast du dir noch Mikrofone angesehen.‘
»Ja und?«
’Da dachtest du noch nicht ans Essen.‘
»Nein.«
’Und warum jetzt?‘
»Wegen dem Wort für die Challengegeschichte. Filetzitronenrolle.« Ich muss tatsächlich schlucken, bei dem Gedanken an ein zartes Filet …
’Lass das. Denk nicht dran. Trink lieber einen Schluck Wasser. Ist sowieso besser für deine Figur.‘
»Na recht schönen Dank auch. Was ist damit nicht in Ordnung?«
’Gar nichts. Aber es soll ja auch so bleiben. Findest du nicht?‘
Darauf antworte ich nicht.
’Also, was ist jetzt? Schreibst du?‘
»Nein«, gebe ich bockig zurück.
’Solltest du aber.‘
»Ich will nicht.«
’Ich will nicht‘, wiederholt mein Gewissen nachäffend und ich schwöre, ich würde es erwürgen, wäre es greifbar.
’Du würdest tatsächlich zum Mörder?‘, fragt es mich. ’Da fällt mir ein: Was ist mit dem Krimi, den du schreiben willst? Auch auf Eis gelegt?‘
»Ich arbeite daran.«
’Jetzt gerade?‘
»Ja, ich entwickle eine gewissenlose Figur.«
Zuerst Stille und dann: ’Filetzitronenrolle … klingt wirklich gut. Kochst du?‘
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Sabine Landgraeber – Verliebt in Hawaii

Ich weiß auch nicht, warum mich Bücher immer wieder in die Ferne und ganz besonders nach Hawaii entführen.

Surfen ist nicht mein Ding und der Ort war nie mein Traumziel.
Vielleicht wird er es ja irgendwann …

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich so viele Bücher über Hawaii schreibe. Die Antwort ist ganz einfach: Ich habe mit den Hawaiianischen Inseln mein ganz persönliches Paradies gefunden. Und da ich leider nicht pausenlos Urlaub machen kann, schreibe ich einfach darüber. Somit kann ich zumindest in meinen Gedanken auf Hawaii sein.

 

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KW 27 | Dietmar Hesse nominiert von Ava Innings

ChallangeDiesmal mit einer Geschichte von mir für euch:

1. Stempelkissen – 2. Geldbörse  – 3. Segelschiff – 4. Washi-Tape – 5. Fotoalbum – 6. Sandstrand  – 7. Thermomix  – 8. Aktenordner – 9. Tripp-Trapp – 10. Fotostudio – 11. Wurstsemmel – 12. Schuhkarton – 13. Kaffeetasse – 14. Reiseführer – 15. Badesalz

Schwierige Wörter. Irgenwie passten die zu der Figur in meinem Roman. Danke, für die Inspiration, Ava Innings.

Post aus der Vergangenheit

 

Ich hatte tatsächlich eine Idee für den Roman. Entspannt bearbeitete ich die Tasten des Netbook.
»Hallo Jan, es sieht so aus, als kommst du voran!«
»Endlich fließen mir die Worte aus der Hand, Laura.« Die Wirtin fühlte mit mir, wusste von meiner Schreibblockade.
»Was führt dich zu mir?«  Erstaunt sah ich sie an.
»Du musst mal mit zur Bar, da ist ein Paket angekommen. Der Postbote braucht eine Unterschrift.«
»Ich erwarte keine Post, es kennt doch niemand diese Anschrift!«
»Es steht dein Name drauf, ich habe es mir angesehen. Es ist für dich, Jan.«

»Dann los, ich bin neugierig, wer mir da was sendet.« Ich klappte den Rechner zu und folgte ihr ins Restaurant.

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KW 26 | Kerstin Steiner nominiert von Kathrin Lichters

Es ist Samstag und es gibt eine neue Geschichte auf der Indie-Autor-Challenge Seite. Diesmal forderte Kathrin Lichters die wunderbare Autorin Kerstin Steiner heraus und inspirierte sie zu einer Geschichte über die wahre Liebe.
Challange
1. Strohalm – 2. Glückspilz – 3. Luxuskarre – 4.Liebesgeflüster – 5.Halleluja – 6.Partydroge – 7.Dogge – 8.Sextape – 9.Nasenhaartrimmer – 10.Helm – 11.Wolldecke – 12.Portfolio – 13.Wohnhaus – 14.Laus – 15.Straßenkarte

Kerstin Steiner: Liebe und andere Verbrechen

Bellas Augen weiteten sich merklich, als sie die Fotos auf dem Laptop vom Standbild in fließende Bewegungen wechseln sah. „Halleluja“, entfuhr es ihr lautstark. „Was zur Hölle ist denn das?“ Gespannt ließ sie das Video weiterlaufen und sog aufgeregt den inzwischen erkalteten Kaffee durch einen Strohhalm. Ihre aufgeplatzte Lippe schmerzte bei jedem Zug und sie wünschte, sie wäre dem Hieb des brutalen Schlägers geschickter ausgewichen, als sie sich unter abenteuerlichen Umständen das Video besorgt hatte, das jetzt in Dauerschleife auf ihrem Laptop lief.
   Ihr Auftraggeber hatte eine hohe fünfstellige Summe für die Beschaffung geboten und so hatte sie ihre Bedenken über Bord geworfen und sich überreden lassen, sich noch einmal in die Kreise der Unterwelt zu begeben und unter Einsatz ihres Lebens und – wie sie zugeben musste – auch ihres Elektroschockers, das vermeintliche Sextape zu besorgen, hinter dem offenbar ganz Rom her war. Doch was sie zu sehen bekam, war weit verwirrender, als sie erwartet hatte. Sie drückte erneut auf „Wiedergabe“ und starrte kopfschüttelnd auf den Monitor.

   Zwei unglaublich dürre Gestalten in langen, braunen Kutten kletterten behende aus einer Luxuskarre, die den Namen wirklich mehr als verdient hatte, denn sie blitzte und glitzerte mit der Sonne um die Wette, war über und über mit Swarowski-Steinen besetzt und auch sonst ein Ausbund an Geschmacklosigkeit.
   Die beiden verhüllten Typen trugen eine schwere, in eine Wolldecke gewickelte Gestalt in ein Wohnhaus. Hier flackerte das Video kurz und die Kameraeinstellung wechselte. Bella beobachtete, wie die Gestalt auf einem Tisch gelagert wurde – die klapprigen Gestalten zogen langsam die Decke weg und eine dicke Dogge kam zum Vorschein. Sie rührte sich nicht, war offenbar mit einer Partydroge betäubt worden. Bella mutmaßte, dass man das massige Tier vermutlich mit einer Flasche K.O-Tropfen in einen Tiefschlaf versetzt hatte. Jetzt nahmen die Männer eine surrende Maschine in die Hand und … Bella traute ihren Augen nicht… sie begannen, dem schlafenden Hund mit einem Nasenhaartrimmer feine Linien ins Fell zu schneiden.

   Bella blinzelte und hielt das Video an. Sie zoomte das Bild heran. Eine Straßenkarte! Die Kerle rasierten der Dogge einen Plan auf den Bauch, dann schlugen sie die Decke erneut um ihn…Hier brach das Video plötzlich ab.

   Bella zog die Brauen hoch und überlegte kurz, dann druckte sie schnell einen Screenshot der Fellkarte aus, setzte sich ihren Helm auf, stieg auf die glänzende Vespa und knatterte los. Wenig später hielt sie mit quietschenden Reifen vor einem baufälligen Gebäude. „Zorros Zoohandlung“ prangte in roten Lettern an der verblichenen Wand der Front. Bella sprang vom Roller und betrat kurz darauf das Zoogeschäft durch den Hintereingang.

   „Welche Laus ist Dir denn über die Leber gelaufen?“, fragte der blonde Hüne an der Kasse, als er sie eintreten sah.
   Wortlos knallte Bella den Ausdruck der Fellkarte auf den Tisch und sah den Mann abwartend an.
Seine Nase begann nervös zu zucken. Er stotterte: „Tja…eh…also…Bella…“
   „Benutzt Du jetzt die Tiere Deiner Kunden für Deine Machenschaften?“, unterbrach Bella sein Gestammel. „Warum hat der Hund eine Karte auf seinem Bauch, die den Weg von Dir zum Trevi-Brunnen zeigt? Was haben diese Kerle mit dem Hund und der Karte vor?“ Ihre Stimme überschlug sich vor Wut. „Sag ja die Wahrheit, Mario!“
   „Liebes“, er versuchte, sie zu besänftigen, indem er nach ihrer Hand griff.
   Ärgerlich schlug sie diese fort. „Keine Zeit für Dein Liebesgeflüster“, zischte Bella leise. „Was steht sonst noch auf Deinem Portfolio? Tierquälerei? Erpressung? Die Corleone-Brüder? Was zahlen sie Dir dafür? Warum dürfen sie Deinen Hundesalon nutzen?“ Einmal richtig in Fahrt gekommen, sprudelten die Fragen nur so aus ihr heraus, während Mario, ihr ab und zu Freund – aber das ist eine ganz andere Geschichte – bis unter die blondierten Haarspitzen errötete und seinen Mund mehrmals tonlos öffnete und schloss, bevor er endlich eine von Bellas kurzen Atempausen nutze, um ihren Redeschwall zu unterbrechen.

   „Bella, jetzt hör´ mir endlich zu. Don Carlo hat diese Karte Tarantello, dem Lieblingshund seiner Frau Isidora, auf den Bauch rasieren lassen, um sie zum 50. Hochzeitstag zu überraschen, denn die Karte führt zu der Stelle, an der er Isidora vor 51 Jahren den Antrag gemacht hat. Er möchte dort mit ihr gemeinsam eine Münze in den Brunnen werfen und sich noch viele weitere Jahre miteinander wünschen. Tarantello ist sozusagen nur der Überbringer der Überraschung und des Plans.“
   Eine tiefe Röte überzog Bellas gebräuntes Gesicht. „So ein Glückspliz“, murmelte sie leise. „Fünfzig Jahre sind eine lange Zeit für ein Paar.“ Sie blinzelte und fuhr dann fort. „Es tut mir leid, Mario, ich dachte, es wäre ein Verbrechen.“
   „Wenn wahre Liebe ein Verbrechen ist“, murmelte der Angesprochene, „sind wir hoffentlich alle einmal schuldig“